Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von M. Geistler-Quendler: Überfordernde Inhumanität

Klagenfurt (OTS) - Die Pflege von älteren, kranken und beeinträchtigten Menschen ist Arbeit eine der anspruchsvollsten und forderndsten in unserer Gesellschaft. Weil diese Tätigkeit bisher Frauen so nebenbei abverlangt werden konnte, trat sie nicht in Erscheinung. Denn diese Leistung drückte sich in einem von Geld bestimmten Sozialgefüge nicht in Geld aus, sie wurde privat als moralische Aufgabe "verteilt". Wenn sich Pflege in Erwerbsarbeit äußerte, dann zum Großteil auch jener von Frauen, deren Entlohnung alles andere als angemessen war und ist.

Die Politik musste sich lange nicht mit der Betreuung von Menschen in Zukunft auseinandersetzen. Genau dieses fehlende Bewusstsein darf nicht Basis der gegenwärtigen Diskussion um ein neues Pflegemodell werden. Die Betreuung von Menschen muss diesem Staat etwas wert sein. Das gilt für die Qualifikation der Pflegenden und für ihre Arbeitsbedingungen.

Zwei Wochen rund um die Uhr für jemanden da zu sein fordert alles von einem Menschen. Das Fehlen jeder Sicherheit, zwischendurch auch Energie auftanken zu können, bedeutet Überforderung und damit eine Zumutung für Pflegebedürftige. Wirtschaftsminister Bartenstein hat in seinem Vorstoß zum Thema diesen Aspekt nicht näher beleuchtet. Doch genau daran wird zu messen sein, wie ernst es der Regierung mit humaner Pflege ist.

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