Buchinger: Statt kostenintensiver Broschürenpolitik mehr Geld für direkte Männerarbeit

Enge Kooperation mit anderen Ressorts geplant

Wien (SK) - Sozialminister Erwin Buchinger rechnete am Mittwoch in einer Pressekonferenz, dass etwa eine halbe Mio. Euro durch die bisherige Broschürenpolitik des Sozialministeriums zur Männerarbeit ausgegeben wurde. Das soll sich ändern. "Aus meinen Überlegungen kann das Geld viel sinnvoller in die konkrete Männerarbeit vor Ort fließen." Etwa in die Arbeit von Vereinen wie der Männerberatung in Wien 10, wo die Pressekonferenz stattfand. Buchinger setzt in der Männerpolitik auf ressortübergreifende Arbeit, vor allem mit der Frauenministerin ist eine enge Zusammenarbeit geplant. "Wichtig ist, dass sowohl aus frauenpolitischer, als auch aus männerpolitischer Sicht am Aufbrechen traditioneller Rollenklischees gearbeitet wird." Die neuen Schwerpunkte der Männerabteilung werden Bewusstseinsbildung, etwa für gleichberechtigte Partnerschaft, gender medicine, sowie Service für männerspezifische Anliegen sein. "Ich habe die Vision, dass es letztlich weder ein Frauen-, noch ein Männerministerium, sondern ein Gleichstellungsministerium geben soll", so Buchinger.****

Im Sinne des Gender-Mainstreaming-Prozesses ist eine enge Zusammenarbeit mit der Frauenministerin geplant, so soll in puncto Männergesundheit eine enge Kooperation mit dem Gesundheitsministerium erfolgen. In Zusammenarbeit mit dem Familienministerium soll auch an einem Gesamt-Konzept Väter-Söhne gearbeitet werden, das sich mit Trennung- und Scheidungsfolgen im Sinne eines Rechts des Kindes auf beide Eltern befasst. Die Besuchsbegleitung sollte auf alle Bundesländer ausgebaut werden. Auch mit dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit sind Kooperationen angedacht; Stichwort Förderung der Väterkarenz. Und Männerpolitik sei auch in Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium zu thematisieren, um beispielsweise mehr Männer ins Lehramt zu bringen.

Ein zentraler Aufgabenbereich der Männerabteilung wird die Gewaltprävention sein - sowohl männliche Gewalt in der Familie, als auch außerhalb, zum Beispiel Burschengewalt in den Schulen. Sensibilisierungsprojekte mit Vereinen gegen Gewalt sind in Planung. Das Sozialtelefon im Bundesministerium soll als Service- und Anlaufstelle fungieren, und es soll ein regelmäßiger Austausch mit Männer- und mit Frauenvereinen sowie -organisationen stattfinden, "um den direkten Draht zu den Bedürfnissen und Problemen von Männern zu gewährleisten". Der Männerratgeber auf der Homepage des Sozialministeriums soll aktualisiert und weiterentwickelt werden. Die inhaltliche Evaluierung der Männerabteilung sei zum Großteil abgeschlossen. Personelle Änderungen an der Leitung der Männerabteilung seien "kurz- und auch mittelfristig nicht vorgesehen", so Buchinger. (Schluss) up

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