ÖSTERREICH: Gebietskrankenkassen üben Kritik an Regierungsplänen

Koalitionsplan zur Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge geht den Krankenkassen nicht weit genug.

Wien (OTS) - Die Gebietskrankenkassen kritisieren den Regierungsplan, die Krankenversicherungsbeiträge um 0,15 Prozent zu erhöhen. Zur Sanierung des maroden Gesundheitswesens "reicht das auf gar keinen Fall", sagt der Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse, Alfred Wurzer, im ÖSTERREICH-Gespräch (Mittwoch-Ausgabe). "Gemessen am Geldbedarf ist das äußerst bescheiden."

In dieselbe Kerbe schlägt Werner Janker, Finanzverantwortlicher der Niederösterreichischen GKK: "Das reicht bei weitem nicht." Seine Kasse werde 2007 ein Minus von 60 Mio. Euro erwirtschaften. Die Beitragserhöhung bringe aber bestenfalls zwölf bis 16 Mio. Euro. Und davon gehe noch ein Drittel an die Krankenanstalten, meint Janker. Auch in der Wiener GKK heißt es, die Finanzprobleme seien noch lange nicht gelöst.

Bezweifelt wird von den Kassen, dass bei der Verwaltung noch viel zu holen ist. "Ich sehe absolut kein Potenzial mehr", meint der Obmann der Burgenländischen GKK, Josef Grafl. Man brauche sogar mehr Personal. "Das geht sicher nicht", sagt auch der Direktor der Salzburger GKK, Harald Seiss. "Wenn das ernst gemeint ist, ist es ein ordentlicher Hammer." In Salzburg habe man bereits ein Problem, den laufenden Betrieb zu finanzieren.

Der stv. Wifo-Chef, Alois Guger, plädiert im ÖSTERREICH-Interview für ein komplett neues Modell der Krankenversicherung. Auch Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung und Zinsen sollten bei der Berechnung berücksichtigt werden.

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