Winterarbeitslosigkeit ohne Winter?

Linz (OTS) - Jahr für Jahr werden Tausende Beschäftigte im Baugewerbe im Winter gekündigt. Die Bauwirtschaft rechtfertigte diese Praxis bisher mit dem Argument, dass eine durchgehende Beschäftigung aufgrund des Wetters unmöglich sei. Aber auch in diesem schneearmen, fast schon frühlingshaften Winter sind fast 9.000 Bauarbeiter
ohne Job.

Im vorigen Jahrhundertwinter war im Jänner 2006 jeder vierte Bauarbeiter arbeitslos. Jetzt ist es noch immer jeder fünfte - und das, obwohl die Bedingungen am Bau so gut sind wie lange nicht. "Die Baukonjunktur blüht, und die Frosttage kann man in dieser Saison an einer Hand abzählen. Wie weit muss der Klimawandel gehen, damit am Bau durchgehend beschäftigt wird? In Wahrheit wird hier Kostenersparnis über die gesundheitlichen und sozialen Anliegen der Menschen gestellt", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Und weiter: "Es ist höchste Zeit, hier etwas zu ändern. Erste Schritte wären, Winterbaustellen einzurichten und die Sommerarbeitszeit der Beschäftigten bei öffentlichen Bauaufträgen besser zu kontrollieren."

Die Folgen, die sich aus der Praxis ergeben, Beschäftigte am Bau im Winter zu kündigen, sind für die Sozialversicherungs-Kassen dramatisch: Ende Jänner waren immerhin 8.800 Bauarbeiter ohne Ar-beit, das sind etwa fünf Mal so viele wie in den Sommermonaten.

Natürlich haben aber auch die Beschäftigten mit den Konsequenzen daraus zu leben: Im Sommer müssen sie überlange Arbeitszeiten hinnehmen und sind durch den enormen Druck einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Im Winter müssen die Betroffenen mit hohen Einkommenseinbußen fertig werden. Darüber hinaus verlieren sie wertvolle Beitragszeiten für die Pension - die sie aufgrund der schweren körperlichen Belastungen in ihrem Beruf, im Schnitt ohnehin nur 3,7 Jahre erleben.

"Mit etwas gutem Willen lässt sich das in den Griff kriegen. Die öffentliche Hand könnte hier als Auftraggeberin eine Vorreiterrolle einnehmen", sagt Kalliauer.

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