Bankenausschuss: Graf: Nicht erfüllte Prüfaufträge

"Die erschreckenden Zustände in der damaligen Bankenaufsicht machten den Niedergang der BAWAG erst möglich"

Wien (OTS) - Ein oberster Bankenaufseher, der hochbrisante Akten "querliest" oder "überfliegt". - So genau weiß er das nicht mehr. Der resultierende Schaden für den österreichischen Steuerzahler bleibt aber derselbe. Ein verantwortlicher Sektionschef, der ebensolche Akten vielleicht "durchgeblättert" hat. Und ein Sachbearbeiter, der den bedeutsamsten Prüfbericht seiner unscheinbaren Laufbahn im Reich der Vergessenheit "einlegt", nachdem er ihn möglicherweise "oberflächlich gelesen" hat.

Ausschuss-Vorsitzender FPÖ-NAbg. Dr. Martin Graf: "Angesichts dieser, im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Finanzmarktaufsicht zu Tage getretenen Zustände in der vormaligen Bankenaufsicht im Finanzministerium, verwundert es nicht, wenn hochriskante Spekulationsgeschäfte und sich abzeichnende Milliardenverluste der BAWAG jahrelang unter den Teppich der Besprechungszimmer gekehrt werden konnten."

Um so deutlicher wird das völlige Versagen aller für die Überprüfung der Einhaltung des Bankwesengesetzes zuständig gewesenen Organe, als auch die sogenannte "Expertenkommission" von Nationalbank und Finanzministerium keinen Handlungsbedarf aus kritischen Prüfberichten - die bereits auf das Jahr 1994 und die davor abgehandelten Karibik-I-Geschäfte der BAWAG zurückgingen - ableitete.

Martin Graf: "Auch die Wirtschaftsprüfer der KPMG haben offenbar mitgespielt. Betrachtet man die lukrativen Positionen in BAWAG-Töchtern, in die mehrere KPMG-Prüfer weggelobt wurden, kann man schwerlich an Zufall glauben. Die Methode schien zu heißen:
K-ooperative P-rüfer M-achen G-roße Karriere."

Oberstes Ziel der Mitte Februar folgenden Ausschusssitzungen zum Thema BAWAG wird es deshalb sein, das dichte Netzwerk der Vertuscher zu erhellen, die allesamt tätig mithalfen, dem Finanzplatz Österreich den größten Bankenskandal seiner Geschichte zu bereiten.

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