- 02.02.2007, 13:11:29
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GPA-DJP Proyer: Bartensteins Prioritäten bei der Arbeitszeitflexibilisierung inakzeptabel
Minister und Wirtschaftskammer sollen zuerst ihre Hausaufgaben erledigen
Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Die GPA-DJP kann Minister Bartensteins Weg
zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten keinesfalls akzeptieren. Bevor
nicht ein umfassendes Paket zur Neuregelung der Verbesserung der
Rechte der Beschäftigten vorliegt werden wir Veränderungen im
Arbeitszeitbereich nicht zustimmen", kündigt Karl Proyer, stv.
Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP, an. ++++
Die Flexibilisierungsvorhaben der Arbeitszeit im
Koalitionsabkommen der Bundesregierung werden von Minister
Bartenstein sehr einseitig interpretiert. Nach Ansicht der GPA-DJP
hat Bartenstein bislang nur Veränderungen zum Nachteil der
Beschäftigten angedacht. Für die GPA-DJP ist eine Neuregelung der
Arbeitszeit aber nur als Paketlösung realisierbar.
"Zuerst müssen für die Beschäftigten wichtige Forderungen wie
beispielsweise die längst fälligen Mehrarbeitszuschläge für
Teilzeitbeschäftigte umgesetzt werden oder die Umgehung von
ordentlichen Dienstverhältnissen durch geringfügige Beschäftigung vor
allem im Handel verhindert werden", fordert Proyer.
Von der Wirtschaftskammer verlangt die GPA-DJP im Zusammenhang
mit der Durchsetzung fairer Überstundenabrechnungen endlich auf
einige ihrer großen Handelsbetriebe einzuwirken, sodass
Betriebsratswahlen ermöglicht werden und daher auf betrieblicher
Ebene Kontrollmöglichkeiten gewährleistet sind.
Die GPA-DJP kritisiert weiters auch die Darstellung von Minister
Bartenstein, wonach die Normalarbeitszeit ausgeweitet werde, als eine
Fehlinformation. Es gibt kein Koalitionsabkommen über die
Verlängerung der Normalarbeitszeit ohne Zuschläge.
So würde der Entfall von Zuschlägen nach Bartensteins
Vorstellungen bei der Ausdehnung von Gleitzeitarbeit von neun auf
zehn Stunden pro Tag ohne begleitende Rahmenregelungen einen Verlust
von durchschnittlich 150 bis 300 Euro pro Monat bedeuten. Ärgerlich
ist zusätzlich, dass Minister Bartenstein immer wieder seit Jahren
bestehende betriebliche oder kollektivvertragliche Regelungen
ignoriert und mit der im Raum stehenden gesetzlichen Ausdehnung der
Arbeitszeit bei Gleitzeit den Betrieben einseitige Vorteile
verschaffen will, heißt es in der GPA-DJP.
"Wir warten auf die längst fälligen Verbesserungen der
Rahmenbedingungen und sind nicht mehr bereit irgendwelche
Vorleistungen zu erbringen", so Proyer.
ÖGB, 2. Februar 2007 Nr. 88
Rückfragehinweis:
GPA-DJP Dr. Barbara Lavaud Tel.: 05 0301-21533 Mobil: 05 0301-61533 E-Mail: barbara.lavaud@gpa.at http://www.gpa-djp.at
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