Broukal zu Studienförderung: "Der Wurm steckt im Gesetz"

SPÖ für grundlegende Reparatur des Studienförderungsgesetzes

Wien (SK) - "Die Studierenden sind zurecht sauer, dass die Studienbeihilfen seit acht Jahren nicht mehr an die Geldentwertung angepasst wurden. Aber dahinter werden weit größere Probleme sichtbar. An den Universitäten werden die Studien völlig neu geordnet, das Studienförderungsgesetz tut aber noch immer so, als ginge es um die Unis der 1990er Jahre. Außerdem geht das Gesetz offenbar von der Regel aus: Im Zweifel gegen den Studierenden", sagte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst nach einer gestern stattgefundenen ausführlichen Arbeitssitzung mit ExpertInnen der ÖH, der Studienbeihilfenbehörde, und Gewerkschaft und Arbeiterkammer. ****

Erst ausweiten, dann sanieren

"Es wird sicher keine leichte Sache sein die Studienförderung an die heutigen Gegebenheiten anzupassen. Sehr viel rascher machbar ist die überfällige Erhöhung und Ausweitung. Diese sollte vorgezogen werden", forderte Broukal.

Laut Auskunft der ÖH-SozialreferentInnen geraten immer mehr Studierende in einen Teufelskreis: sie müssen mehr arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen - es kommt zu Studienverzögerungen - sie verlieren die Beihilfe - sie müssen noch mehr arbeiten - das Studium wird zur Nebenbeschäftigung bis hin zum Stillstand. Verschärft wird diese Problematik durch das enge finanzielle Korsett der Universitäten, das zu Lehrveranstaltungslotto und Wartezeiten im Studium führt. "Die Studierenden leiden seit Jahren unter den Studienbedingungen und dem Einfrieren der Stipendien auf dem Stand von 1999. Da müssen wir rasch helfen", sagte Broukal.

Unmittelbar nach der Ausweitung der Stipendien müsse laut Broukal eine umfassende Gesetzesnovelle folgen: "Der Wurm steckt im Gesetz. Es nimmt keinerlei Rücksicht auf die Entwicklungen im Uni-System. Wir haben da zahlreiche Ungereimtheiten und Härten." Von den ExpertInnen der ÖH wurden einige haarsträubende Beispiele erläutert:

Nach einer Studienpause von mehr als eineinhalb Jahren zwischen Bachelor- und Master-Studium verliert man jeden Anspruch auf weitere Förderung. Wechselt man nach dem Bachelor für das Master-Studium an eine andere Universität, kommt es oft zu einem Verlust der Stipendien, weil an der neuen Uni der Studientitel etwas anders lautet. Vorstudienzeiten ohne Beihilfe verkürzen die Anspruchsdauer bei später erhaltenen Selbsterhalter-Stipendien und es droht der Verlust der Studienbeihilfe wenn Zeugnisse nicht mit dem Prüfungsdatum sondern mit dem Datum der Zeugniserstellung eingetragen werden. (Schluss) sl/mp

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