9 Mrd. Euro Windkraftinvestition 2006 als Antwort auf Klimawandel

Windkraft Kopf an Kopf mit Gas bei neuer Kraftwerksleistung

Wien (OTS) - Die neuesten Zahlen der Europäischen Windenergie Vereinigung EWEA zeigen eindrucksvoll: Windkraft ist DIE Antwort auf den erschreckenden UNO Klimabericht, der heute in Paris präsentiert wurde. Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 7.588 Megawatt (MW) wurden 2006 in der EU errichtet. Beim Zubau von Kraftwerksleistung liegt die Windkraft damit auf Platz zwei, nur knapp geschlagen von neuen Gaskraftwerken mit einer Neuinstallation von 8.500 MW. Alle Windräder der EU erzeugen jährlich rund 100 Milliarden kWh Strom, was dem eineinhalbfachen Verbrauch Österreichs oder 3,3% am Gesamtelektrizitätsverbrauch der EU entspricht.

"Windkraft ist die Antwort auf den Klimawandel schlechthin. Sie wurde in den letzten zwanzig Jahren von einem Nischenprodukt zum Mainstream. Neben Gaskraftwerken ist Windkraft schon diejenige Energieform, die am schnellsten in der EU ausgebaut wird", freut sich Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft. Zufolge der neuesten Ausbauzahlen der European Wind Energy Association EWEA wurden 2006 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 7.588 MW in der EU errichtet, was einem Zuwachs von 23% im Vergleich zum Ausbau von 2005 entspricht. Neun Milliarden Euro flossen in diese Projekte. Insgesamt sind in der EU nun 48.000 MW Windkraft am Netz. Diese Anlagen erzeugen jährlich rund 100 TWh (= 100 Milliarden Kilowattstunden). Das entspricht 3,3% des Gesamtstromverbrauchs der EU oder dem eineinhalbfachen Strombedarf Österreichs. 65 Mio. Tonnen CO2 sparen diese Windkraftanlagen ein.

50% der neu gebauten Windräder stehen in Deutschland und Spanien. In diesen Ländern gibt es seit Jahren kontinuierliche Rahmenbedingungen für Ökostromerzeuger, wie das deutsche Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG). Wie positiv sich die Einführung eines solchen Fördersystems auswirkt, zeigt Frankreich: Jahrelang ist der Ausbau vor sich hingetümpelt. Nach Einführung eines Gesetzes nach Vorbild des EEG konnte Frankreich 2006 eine zusätzliche Leistung von 810 MW verzeichnen und liegt damit nach vielen mageren Jahren auf Platz drei.

Drei bis vier Milliarden Euro Investitionssumme bis 2015 in Österreich

Österreich belegte Rang neun bei den Neuinstallationen. Während wir in den letzten Jahren sehr gut mit dem europäischen Trend mithalten konnten und jährlich zwischen 192 und 276MW errichteten, hat die Ökostromnovelle 2006 den weiteren Windkraftausbau drastisch dezimiert. Im ersten Halbjahr 2006 wurden noch 76 Anlagen mit 145 MW aufgestellt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Juli 2006 ist aber keine einzige Windkraftanlage in Österreich mehr gebaut worden. Dies wird auch in den nächsten Monaten so bleiben. Erst gegen Ende des Jahres werden magere 10 Anlagen mit 19 MW errichtet werden können. Sehr zum Leidwesen von Hantsch: "Bei politischen Rahmenbedingungen auf europäischem Standard könnten wir die Windkraftleistung in Österreich bis 2015 verdreifachen. Dann könnte allein die Windkraft die CO2-Reduktionsziele der Klimastrategie für die Energiewirtschaft verwirklichen. Darüber hinaus würde die Verdreifachung der Windkraftleistung Investitionen von drei bis vier Mrd. Euro sowie zusätzlich 60.000 Jahresarbeitsplätze in Österreich nach sich ziehen."

Die IG Windkraft fordert daher dringend eine Reparatur der völlig missglückten Novelle des Ökostromgesetzes und eine Rückkehr zu europäischen Standards beim Ökostromausbau.

Umfangreiches Hintergrundmaterial finden Sie auf der Homepage www.igwindkraft.at im Menü Presse sowie auf www.ewea.org

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Mag. Stefan Moidl, IG Windkraft, Tel.: +43 676 3707820

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