Die Rollen der Paula Wessely - Spiegel ihrer selbst

Pressekonferenz am Dienstag, dem 27. Februar 2007 um 10.30 Uhr im Österreichischen Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, Wien I

Wien (OTS) - Österreichisches Theatermuseum, 1. März bis 30. September 2007

Sie war eine der bedeutendsten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Raums im 20. Jahrhundert und dennoch: Als Paula Wessely im Mai 2000 starb, mischte sich hymnisches Lob mit radikaler Ablehnung.

Die Ausstellung anlässlich ihres 100. Geburtstages möchte das gesamte Schaffen dieser einzigartigen Künstlerin dokumentieren. Auf der Basis des erstmals aufgearbeiteten Nachlasses, der dem Österreichischen Theatermuseum übergeben wurde, soll versucht werden, einen mitunter auch neuen Blick auf die Schauspielerin und ihre Karriere zu werfen. So akzentuiert die Präsentation etwa die Theaterarbeit der ganz jungen Wessely und die Entstehung ihres unverwechselbaren Stils.

Nach ihren Anfängen am Deutschen Volkstheater und nach Lehrjahren am Prager Deutschen Theater feierte sie an der Josefstadt, als Rose Bernd in Berlin (1932) und bei den Salzburger Festspielen ihre ersten ganz großen Erfolge. Ab 1934 wurde sie in Filmen wie "Maskerade", "Ernte" oder "Der Engel mit der Posaune" zum Filmstar. Nach 1945 spielte die legendäre Sprecherin unter Regisseuren wie Steinboeck, Kortner und Lindtberg am Burgtheater. Als Publikumsliebling und später Grande Dame des Ensembles brillierte sie vor allem auch in Rollen des zeitgenössischen Theaters.

Zum Spiegel ihrer selbst wurden auch jene Rollen, die Paula Wessely in der Öffentlichkeit einnahm. In der Ausstellung soll gezeigt werden, inwieweit sie selbst Rollenzuschreibungen bestärkte und variierte, inwieweit diese aber auch im Laufe der Zeit politisch aufgeladen wurden. Erstmals soll auf die Bedeutung hingewiesen werden, die ihre frühen Förderer, allen voran Rudolf Beer, Karlheinz Martin, Leopold Kramer, Emil Geyer und der Kritiker Ludwig Ullmann, hatten - alle Opfer des Faschismus. Gerade letzterer gab jene Einschätzung vor, die bis heute bezüglich Paula Wessely Gültigkeit hat.

Die "Natürlichkeit" wurde hierbei zum zentralen Begriff, mit dem bereits die Fünfzehnjährige taxiert wurde. Unter dem Gesichtspunkt Natürlichkeit versus Künstlichkeit, letztlich eine der Grundfragen jeder Kunst, wird auch die kontroverse Diskussion der Achtziger Jahre rund um Paula Wesselys Mitwirkung an dem Propagandafilm "Heimkehr" und Elfriede Jelineks "Burgtheater" thematisiert werden.

Die Ausstellung wurde von Kurt Ifkovits kuratiert und von Arno Grünberger gestaltet.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

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