Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Gabi Russwurm-Biro: Die Wunden sind zu frisch

Klagenfurt (OTS) - Die "Seele des serbischen Volkes" - das war der Kosovo. Nach den blutigen Kämpfen zwischen der albanischen Mehrheit und der serbischen Minderheit konnte er das nicht mehr sein. Jetzt steht die Loslösung dieser südserbischen Provinz bevor. Ein multiethnisches Zusammen-leben soll schrittweise und unter EU-Aufsicht ermöglicht werden. Reine Utopie? Am Freitag sollen die Vorschläge zur erhofften Unabhängigkeit in Belgrad und Pristina veröffentlicht werden.

Eine für Serben und Albaner zufriedenstellende Lösung kann es nicht geben. Dafür sind die Gräben zu tief, die Interessen zu verschieden, die Wunden zu frisch. Sackgasse Kosovo. Belgrad will von einer Loslösung nichts wissen. Sollten den Serben dieser Landesteil weggenommen werden, droht eine politische Radikalisierung. Unliebsame Auswirkungen befürchtet man dann auch in Bosnien und Herzegowina. Denn: Wird der Kosovo unabhängig, kann die bosnischen Serben niemand mehr stoppen, wenn sie ihr Selbstbestimmungsrecht einfordern. Und die Zersplitterung nimmt ihren Lauf ...

Jede Art von "Lösung" hat Auswirkungen auf Serbien und den gesamten Balkan. Ein Beibehalten des Status quo ist keinesfalls möglich, das ethische Misstrauen sitzt tief in den Knochen beider Volksgruppen. Wer kann dem Balkan helfen und seine Auflösung verhindern?

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