"KURIER"-Kommentar: Simon Kravagna über die Eurofighter

Auch ohne Top-Sensation liefert der Ausschuss zu den Eurofightern gute Arbeit.

Wien (OTS) - Geheimakt 007. "Als raffgieriger Politiker habe ich mich bestechen lassen und dafür gesorgt, dass die völlig unnotwendigen Eurofighter angeschafft werden. Ich bereue nichts. Ich würde es wieder tun."

Wer gedacht hat, dass solche - frei erfundenen - Enthüllungen beim parlamentarischen Untersuchungsausschuss ans Tageslicht kommen, muss enttäuscht sein. Die bisherigen Erkenntnisse zählen nicht zur Kategorie "smoking gun". Da können Grüne, FPÖ und SPÖ noch so laut nach jedem neuen Notizzettel "Skandal" schreien und vom Ausstieg aus dem Milliarden-Vertrag träumen.

Trotzdem: Der Ausschuss hat bisher ein interessantes Puzzle über Abläufe, Details und personelle Vernetzungen beim teuersten Rüstungskauf der Zweiten Republik hervorgebracht - etwa darüber, dass die Betriebskosten bei der Typenwahl keine Rolle spielten und welche Manager bei welchen Ministern vorstellig wurden.

Ein Anschlag auf das Kontrollgremium wäre es, wenn es stimmt,

dass der mit dem Eurofighter-Kauf befasste Konzern EADS einen Zeugen von einer Aussage abhalten will. Das stellte ein Lobbyist gestern so dar. Aber auch wenn nichts rauskommen sollte: An wen, warum und wohin Steuergeld geflossen ist, darf gefragt werden.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001