FPÖ warnt vor Ärztemangel in Österreich

Belakowitsch-Jenewein befürchtet Nachgeben Österreichs gegenüber EU

Wien (OTS) - Vor einem Ärztemangel in Österreich warnte heute die freiheitliche Gesundheitssprecherin NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

Österreich sei seit zwei Jahren Fluchtort Nummer eins für "Numerus-clausus-Gestrandete". Nachdem die EU-Verhandler eine Regelung für Österreich verabsäumt hätten und danach die ehemalige Ministerin Gehrer eine Lösung verschlafen habe, seien seit 2004, also seit Inkrafttreten des EuGH-Urteils, die Tore der österreichischen Universitäten für alle EU-Studenten weit offen. Vor allem die medizinischen Universitäten könnten dem Ansturm vor allem deutscher Studenten kaum standhalten, sagte Belakowitsch-Jenewein.

Nun wolle die EU-Kommission Österreich ein weiteres Mal zwingen, die Universitäten für alle Studenten der EU zu öffnen. So würden nach Ansicht der Kommission vor allem deutsche Bewerber der Fächer Medizin und Zahnmedizin durch eine Quotenregelung, die 2005 eingeführt wurde, wonach 75% der Medizin-Studienplätze für Österreicher, 20% für EU Studenten und 5% für Bewerber aus Drittländern zur Verfügung stehen, diskriminiert.

"Ohne Quoten droht aber in absehbarer Zeit ein Ärztemangel im eigenen Land", warnte Belakowitsch-Jenewein. Die Regierung habe jetzt zwei Monate Zeit zu einer Stellungnahme. "Es ist zu befürchten, dass wie schon in der Vergangenheit der EU-Musterschüler Österreich den Bürokraten in Brüssel nachgibt. Der Wissenschaftsminister wäre daher gut beraten, hier hart zu bleiben und Brüssel die Einmaligkeit der Problematik darzulegen. Andernfalls wird die medizinische Versorgung in naher Zukunft wohl nicht mehr zu gewährleisten sein."

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