Haimbuchner: "Massive Reduzierung der Flugstunden gefährdet Sicherheit"

Wien (OTS) - "Die massive Reduzierung der Flugstunden wird neben
der Frage des Liefertermins, der Stückzahlreduzierung und der LCC, ein weiteres Kernthema der FPÖ im Untersuchungsausschuss bilden. Hier wurde ebenso wie bei der Stückzahl eine Reduzierung durchgeführt, die die Überwachung des österreichischen Luftraums massiv einschränken wird." sagte NAbg. Dr. Manfred Haimbuchner, freiheitliches Mitglied des Untersuchungsausschusses, nach der Befragung des Generalmajor Wolfs.

"Während in der NATO 230 Flugstunden, FH, jährlich pro Kampfflugzeug Standard sind, da hier auch andere Einsatzverfahren wie Aufklärung, Luftkampf und Luft-Bodenangriffe geübt werden müssen, gehen sowohl das Einsatzkonzept der österreichischen Luftstreitkräfte, als auch das Militärische Pflichtenheft, welches die Grundlagen für die Ausschreibungen waren, für österreichische Bedürfnisse, d. h. Luftraumüberwachung, von 180 Flugstunden je Abfangjäger aus. Bei 24 Abfangjägern ergibt dies eine Flottenflugstundenzahl von 4320 FH. Alle Bieter und die Unterkommission Logistik unter der Leitung von Ministerialrat, MR Hofer sind bis zur Typenentscheidung von dieser Zahl ausgegangen. Plötzlich tauchten zwei Dokumente auf in denen die Flugstunden um die Hälfte auf 2160 reduziert wurde, ohne eine Erklärung oder eine militärisch - operative Begründung. Da beide Dokumente vor der Typenentscheidung verfasst wurden, konnte Generalmajor Wolf nicht ins Beweisthema 3 flüchten, was er in dieser Frage zunächst vorhatte", erläuterte Haimbuchner die technischen Details.

Für die Reduzierung der Flugstunden auf 90 FH je Abfangjäger gibt es keine militärische Begründung, auch nicht für die Reduzierung auf 100 FH, wie sie später für die Stückzahl gefasst wurde. "Wenn man die Flugstunden in Zusammenhang mit den LCC setzt ergibt sich ein deutlicheres Bild. MR Hofer errechnete mit 4320 FH über 70 Mio. Euro jährliche LCC beim System Eurofighter, EF, während später mit 2160 FH für 24 EF ungefähr 55 Mio. Euro LCC berechnet wurden. Nach dem bisherigen Stand der Planungen ergeben sich bei 18 EF mit 100 FH die jetzt kolportierten 50 Mio. Euro LCC. Für mich ergibt sich aus diesen Fakten folgendes Bild: Um den Eurofighter durchsetzen zu können, wurde sowohl an der Stückzahl, als auch an den Flugstunden, welche von den Militärs mit 24 und 4320 FH festgelegt wurden, aus nachvollziehbaren militärisch - operativen Gründen, herumgebastelt. Und zwar so lange bis man die Obergrenze von 50 Mio. Euro jährlichen LCC erreicht hat. Nur wer diese, von Generalmajor Wolf genannte Obergrenze definiert hat, konnte uns noch niemand sagen, es finden sich auch keine Akten hierzu. Aber für mich steht fest, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, ohne militärische Notwendigkeiten zu berücksichtigen.
Wir werden in den nächsten Jahren mit dem teuersten und modernsten am Markt erhältlichen Fluggerät eine massiv eingeschränkte Luftraumüberwachung durchführen müssen, wo man, was die Reserven betrifft, sich schon an der unteren Grenze bewegt."

"Die verantwortlichen Militärs müssen sich die Frage stellen, warum heute eine unsinnige Diskussion über Reduzierung von 18 auf 13 Stück geführt werden kann, wenn man 24 Stück und 4320 FH als unabdingbar definierte und dann eine Verringerung auf 18 Stück und 1800 FH hingenommen hat, welche dann erneut als unabdingbare Untergrenze bezeichnet wurde", so Haimbuchner.

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