Orkanschäden im Wald erfordern Rückenwind durch Gesetzgeber

Zusätzliche Erntehelfer und Erhöhung der LKW-Tonnagen benötigt

Wien (OTS) - Nach dem Orkan Kyrill liegen etwa 2,5 Millionen Festmeter Holz auf dem Waldboden. Die Forstleute haben sofort mit den schwierigen Aufräumarbeiten begonnen. Das Holz muss rasch aus dem Wald in die Verarbeitungswerke gebracht werden. Damit die Waldbewirtschafter diese große Herausforderung bewältigen können, sind dringend politische Maßnahmen erforderlich. Denn die betroffenen Forstbetriebe brauchen mehr Erntehelfer, Saisoniers und die Unterstützung durch Holzernteunternehmer aus benachbarten EU-Staaten. Zudem sollten LKW österreichweit 50 Tonnen Holz transportieren und auch am Samstagnachmittag fahren dürfen. Um aufzuzeigen, wo Handlungsbedarf ist, hat der Verband der Land&Forst Betriebe Österreich ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet.

"Die betroffenen Waldbesitzer wollen die geworfenen Bäume rasch aus dem Wald bringen", betont Verbandspräsident Felix Montecuccoli von den Land&Forst Betrieben Österreich. "Jedoch stehen wir derzeit vor großen Hindernissen. Denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen erschweren die Aufarbeitung. So können wir etwa die dringend benötigten zusätzlichen Erntehelfer, Saisoniers und Holzernteunternehmer aus anderen EU-Mitgliedsländern nicht beschäftigen. Wir fordern von der Politik, diese Erschwernisse rasch zu beseitigen." Notwendig ist eine Verordnung, welche die kurzfristige Beschäftigung von ausländischen Erntehelfern in der Forstwirtschaft ermöglicht. Außerdem sollten die Kontingente der Saisoniers für die Land- und Forstwirtschaft um 20 Prozent aufgestockt werden. Zudem müssen Holzernteunternehmer aus benachbarten EU-Staaten ohne bürokratische Auflagen ihre Arbeit im Wald aufnehmen können.

Höhere Tonnagen helfen Wald und Klima

Damit die rund 2,5 Millionen Festmeter Holz rascher in die Sägewerke und Verarbeitungsbetriebe gebracht werden können, müssen LKW österreichweit 50 Tonnen statt derzeit 44 Tonnen transportieren dürfen. Diese Maßnahme entlastet den Straßenverkehr und schützt das Klima vor zusätzlicher CO2-Belastung: "Durch diese Verordnung könnten LKW um 10 bis 15 Prozent mehr Holz pro Fahrt befördern", erklärt Montecuccoli. "Auf diese Weise würde man 8.000 bis 10.000 LKW-Fuhren sparen." Um den Holztransport zu beschleunigen, sollten diese LKWs auch an Samstagen bis 21 Uhr fahren dürfen.

Um einen Schädlingsbefall durch Borkenkäfer möglichst gering zu halten, müssen die Forstbetriebe Fangbäume legen. Nach der bisherigen Bestimmung wird diese Vorsorgemaßnahme nur bis zum Monat Mai gefördert. Diese Frist sollte ausgedehnt werden, sodass das Legen der Fangbäume bis Ende August möglich ist. Um die Gesundheit der Wälder zu gewährleisten, müssen die Forstbetriebe auch am Waldboden liegende Äste und Holzreste zerhacken und beseitigen. Auch diese Arbeit kostet viel Zeit und Geld und sollte daher verstärkt gefördert werden. Für die notwendigen Vorsorgemaßnahmen sollten dieses und nächstes Jahr mehr finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Ein Teil des geworfenen Holzes muss auf landwirtschaftlichen Flächen zwischengelagert werden. Davon betroffen sind auch Grünland-, Stilllegungs- oder auch extensiv bewirtschaftete Flächen, die im Rahmen des EU-Umweltprogramms gefördert werden. Damit die Landwirte keine Prämien zurückzahlen müssen und um unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, muss die Holzlagerung auf solchen landwirtschaftlichen Flächen ermöglicht werden.

Mittel aus Katastrophenfonds notwendig

"Den betroffenen Waldbewirtschaftern hat Kyrill einen großen finanziellen Schaden hinterlassen", betont Montecuccoli. "Der Orkan hat viele Bäume gebrochen und dabei die wertvollsten Holzteile zerstört. Ein großer Teil des Holzes kann daher nur weit unter seinem ursprünglichen Wert verkauft werden." Das geworfene und gebrochene Holz wird deutlich erhöhte Erntekosten verursachen und geringere Erträge bringen. Die Wiederaufforstung, Pflegmaßnahmen und das Reparieren von Wegen werden die Betriebe zusätzlich belasten. Besonders Besitzer von kleinen Waldflächen sind häufig von einem Totalschaden betroffen. Dort werden erst die Enkelkinder wieder Holz ernten können. Daher müssen Mittel aus dem nationalen Katastrophenfonds für die Behebung der Schäden bereitgestellt werden:
Bei der Abgeltung sollten die gesamte Schadensfläche und Bruchschäden besonders berücksichtigt werden.

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Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes
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