Konjunktur: Handelsobmann Lemler spürt "frischen Wind" für den heimischen Einzelhandel

Umsatzplus 2006 nominell 1,4, real 0,7 % - Damit beste Entwicklung seit 2001" - Weihnachtsgeschäft "landet" wie prognostiziert bei +2 % - Höchststand an Beschäftigten

Wien (PWK062) - "Frischen Wind für den Einzelhandel" spürt Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich. Der österreichische Einzelhandel konnte im abgelaufenen Jahr 2006 ein nominelles Umsatzplus von 1,4 Prozent gegenüber 2005 erwirtschaften. Das Umsatzplus von nominell 1,4 Prozent entspricht real - d.h. unter Berücksichtigung des Preiseffekts - 0,7 Prozent gegenüber 2005. Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, an der rund 1.500 Einzelhandelsgeschäfte von rund 800 Unternehmen teilnehmen, und deren Ergebnisse heute, Dienstag, von Handelsobmann Lemler und Peter Voithofer, dem stellvertretenden Direktor der KMU Forschung Austria, präsentiert wurden. "Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren lief es damit für den heimischen Einzelhandel vergleichsweise gut, es gab die beste Entwicklung seit fünf Jahren zu verzeichnen", zeigte sich Lemler erfreut über die von der KMU Forschung Austria erhobene Einzelhandels-Jahresbilanz. Absolut betrug der Einzelhandelsumsatz in Österreich Jahr 2006 rund 43,1 Milliarden Euro. Erfreulicher Weise lagen die Umsätze in allen Quartalen sowohl nominell als auch real über dem Niveau des Vorjahres. Im Weihnachtsgeschäft 2006 konnten die heimischen Einzelhändler/-innen das Umsatzniveau des Jahres 2005 nominell um 2 Prozent übertreffen. Insgesamt wurden im Weihnachtsgeschäft 2006 im Einzelhandel rund 1,43 Milliarden Euro umgesetzt.

In dem Zusammenhang unterstrich Handelsobmann Lemler besonders die Funktion des Handels als Preisstabilisator: "Die Preissteigerung ist nämlich im Einzelhandel mit durchschnittlich rund 0,7 Prozent deutlich geringer ausgefallen als die von der Statistik Austria erhobene allgemeine Inflationsrate in der Höhe von 1,5 Prozent".

Regional betrachtet verlief die Umsatzentwicklung im Gesamtjahr 2006 im Durchschnitt in allen Regionen positiv, im gesamten Bundesgebiet wurden nominelle Umsatzzuwächse verzeichnet, in den südlichen und westlichen Bundesländern fielen sie mit 1,7 Prozent deutlich höher aus als im Osten (+0,8 Prozent).

Ein Großteil der Branchen durfte sich im Jahr 2006 über ein nominelles Umsatzplus freuen. Im Ranking rangiert der Uhren- und Schmuckeinzelhandel, der von einem guten Weihnachtsge¬schäft profitieren konnte, mit einem nominellen Umsatzplus von mehr als 3 Prozent an erster Stelle. Die Uhren- ¬und Schmuckhändler/innen erzielen im Dezember mehr als ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Bei den Dro¬gerien und Parfümerien, im Radio-, Elektro-, EDV- und Fotoeinzelhandel sowie im Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf machten die Umsatzsteigerungen mehr als 2 Prozent aus. Lediglich im Bekleidungs- sowie im Papier- und Bucheinzelhandel waren Umsatzrückgänge zu beobachten.

Real konnte der Radio-, Elektro-, EDV-und Fotoeinzelhandel mit Umsatzsteigerungen von mehr als 6 Prozent mit Abstand das beste Branchenergebnis erzielen. Danach folgen mit dem Lederwaren-, Spielwaren-, Schuh- ¬und Sportartikelhandel, deren Plus bei mehr als 3 Prozent lag, jene Branchen, in denen die Produkte des je¬weiligen Warenkorbs im Vergleich zum Vorjahr, wie auch im Elektrohandel, im Durchschnitt am stärksten ge¬senkt wurden. Der Lebensmittel-, Bekleidungs-, Papier- und Bucheinzelhandel sowie der Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf konnten das Umsatzniveau des Vorjahres mengenmäßig nicht erreichen, wobei das Minus im Papier- und Buchhandel und bei den Baumärkten am höchsten ausfiel.

Abgeschwächt hat sich erfreulicher Weise der Rückgang der Kundenfrequenz. In der Zeitreihe seit 2001 ist jedoch in den letzten Jahren eine leichte Abflachung feststellbar. Das ist für den Handelsobmann aber noch keinesfalls zufriedenstellend, "die Entwicklung weist aber in die richtige Richtung", so Handelsforscher Voithofer.

"Noch nicht ganz", so Voithofer, spiegle sich die verbesserte Lage im in der Erhebung ebenfalls abgefragten Stimmungsbild der Einzelhändlerinnen und -händler wider: Die Zahl derer, die in den kommenden drei Monaten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erwarten, beträgt 18 Prozent (2005: 21 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, der eine Verschlechterung befürchtet, ist mit 12 Prozent gegenüber 2006 gleich geblieben. Keine Änderung erwarten 70 Prozent.

Jedenfalls hat der Einzelhandel auch 2006 wieder einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Schaffung von Beschäftigung in Österreich geleistet: Im Jahresdurchschnitt waren im Einzelhandel 244.200 unselbstständig Beschäf¬tigte (ohne geringfügig Beschäftigte) tätig, das sind um 1,7 Prozent mehr als 2005. "Das ist die höchste Zuwachsrate seit dem Jahr 2001 und damit erreicht der Beschäftigungsstand im Handel einen Höchststand", zeigt sich Handelsobmann Lemler erfreut. Damit setze sich der seit dem Jahr 2004 feststellbare positive Trend fort. Insgesamt zeigt die Entwicklung der Beschäftigtenzahl im Einzelhandel seit dem Jahr 2000 - mit Aus¬nahme der Jahre 2003 und 2004 - einen ähnlichen Verlauf wie die Umsatzentwicklung. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Handel
Dr. Hannes Mraz
Tel.: (++43) 0590 900-3339
Fax: (++43) 0590 900-214
bsh@wko.at
http://wko.at/bshandel

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004