Handel: GPA-DJP fordert Regierung auf, passende Rahmenbedingungen für längere Öffnungszeiten zu schaffen

Mehr Umsatz für Handelsriesen auf dem Rücken der Beschäftigten

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Den heimischen Handelsriesen geht die im Regierungsprogramm vorgesehene Ausweitung der Öffnungszeiten von 66 auf 72 Stunden offenbar noch nicht weit genug. Sie wollen ihre Geschäfte künftig bis zu 96 Stunden offen halten können. Im Rahmen einer Verteilaktion, die gestern angelaufen ist, werden wir die Beschäftigten im Handel fragen, was sie davon halten", reagiert Manfred Wolf, Wirtschaftsbereichssekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), auf den jüngsten Vorstoß des Handelsverbandes.++++

"Man kann bei den Öffnungszeiten nicht nur die Interessen der Unternehmen und der KonsumentInnen in den Vordergrund stellen. Es muss ganz zentral auch um die Rechte der Handelsangestellten gehen", betont Wolf. "Für die GPA-DJP ist klar: Wenn Ausdehnung auf 72 Stunden, dann nur unter zumutbaren Rahmenbedingungen. Von der Bundesregierung fordert die GPA-DJP daher eine klare Absichtserklärung zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Handelsangestellten ein."

Wolf rät den Regierungsverantwortlichen schon jetzt, ausreichend Budget vorzubereiten. "500.000 Handelsangestellte und SteuerzahlerInnen haben zusätzliche Bedürfnisse, wenn sie zu veränderten Zeiten arbeiten sollen! Sie brauchen effizientere 'Öffis' wie z.B. mehr Züge und Busse in den Abendstunden, kürzere Intervalle bei Straßenbahnen, mehr Sicherheit durch verstärkte Streifendienste und verbesserte Beleuchtung sowie Verbesserungen bei den Kinderbetreuungseinrichtungen", so Wolf. "Wir gehen davon aus, dass eine Gesellschaft, die längere Öffnungszeiten möchte, auch bereit ist, die dafür notwendige Infrastruktur zu finanzieren!"

In einer gestern angelaufenen Verteil- und Informationsaktion werden bis 2. Februar in ganz Wien die Beschäftigten in Einkaufszentren, Möbelhandelsketten und Baumärkten von der GPA-DJP über ihre Rechte aufgeklärt und über die geplante Ausweitung der Öffnungszeiten informiert. Nach dem ersten Aktionstag gibt es bereits den klaren Auftrag zur Verbesserung der Situation für die Beschäftigten im Handel.

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ÖGB, 30. Jänner 2007 Nr. 75

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