VP-Walter: Wohnbau in Wien vor großen Herausforderungen

Wohnsituation in Wien hat sich verschlechtert, Förderpolitik muss rasch geändert werden

Wien (VP-Klub) - "Der Wohnbau der Stadt Wien steht vor großen Herausforderungen", stellt ÖVP Wien Stadtrat Norbert Walter in seiner Reaktion auf das erste Interview des neuen SP-Wohnbaustadtrats Michael Ludwig nach dessen Bestellung fest. "Ich freue mich, dass Ludwig die Sorgen und Nöte der Mieter im Wiener Gemeindebau in Zukunft besser und rascher behandeln wird. Das ist ein erster Schritt, viele weitere auf einer langen Liste müssen folgen. Wien braucht eine durchgreifende Offensive im Wohnbau."

Ghettobildung in Wien

"In den letzten Jahren zeichnete sich eine zunehmende Tendenz zur Bildung von Ausländer-Ghettos in Wien ab. Seit langem warnen wir vor den Folgen einer solchen Ghettobildung, die tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Gefüge in manchen Bezirken hat", warnt Walter bezugnehmend auf eine Studie des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Demnach kam es in den vergangenen Jahren zu einer verstärkten Ghettoisierung von Migrantinnen und Migranten entlang des westlichen Gürtels, in der Brigittenau, in Favoriten und in Simmering. Laut der Studie hat sich der Zustand der Häuser in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verschlechtert, Fassaden, Hinterhöfe und Hausflure weisen zum Teil grobe Mängel auf. "Die Stadt Wien hat dieser Entwicklung jahrelang nur zugesehen, Initiativen zur Verbesserung der Wohnsituation und der Infrastruktur wurden nicht getroffen", kritisiert Walter.

Grätzelinitiativen starten

Walter schlägt vor, dass die Anstrengungen zur Sanierung von desolaten Grätzeln so rasch wie möglich verstärkt werden: "Seit Jahren fordern wir eine Änderung der Förderpolitik, die es Hausbesitzern schmackhaft machen soll, Wohnobjekte zu sanieren. Die positiven Effekte von Grätzelsanierungen kommen vor allem den Bewohnerinnen und Bewohnern, der dort ansässigen Wirtschaft und den Immobilienbesitzern in vielfacher Weise zugute. Die Stadt Wien ist gefordert, ihre Förderpolitik für Grätzel neu zu strukturieren und auszubauen."

Innere Stadterweiterung nutzen

Einen weiteren Vorteil sieht Walter in der Förderung von Grätzeln in den inneren Bezirken durch die innere Stadterweiterung. "Manche Stadtteile können durch gezielte Förderungen an Attraktivität stark gewinnen und zusätzlich Wohnraum für Wienerinnen und Wiener bieten. Damit würden sich Monster-Projekte auf der grünen Wiese erübrigen", führt Walter aus. "Einzelne Lösungen, die auch die Kombination von alter und moderner Bausubstanz zeigen, sind praktische Beispiele der Durchmischung von Wohn- und Arbeitsplatz und familienfreundlicher Umgebung. Es zeigt sich, dass auf diesem Gebiet eine Zusammenarbeit zwischen Wohnbau und Stadtplanung sinnvoll ist. An diesen positiven Beispielen gilt es anzusetzen, statt ständig neue Stadterweiterungsgebiete auszuweisen, die noch dazu fern jedes Verkehrskonzeptes sind", so Walter.

Förderungen angleichen

"Die Wohnbauförderung in Wien zeigt vor allem bei Mietwohnungen und Eigentumswohnungen eine grobe Ungleichheit. Die unterschiedliche Förderung diskriminiert die Schaffung von Eigentum. Hier hoffe ich, dass der neue Wohnbaustadtrat die Möglichkeiten zur Schaffung leistbaren Eigentums erweitert", appelliert Walter abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
presse.klub@oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0003