Neues Volksblatt: "Gesamtschau" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom Dienstag, 30. Jänner 2007

Linz (OTS) - Viel von dem, was FPÖ-Chef Strache gestern
vorgebracht hat, stimmt: Burschenschaften sind historisch tatsächlich mit demokratischen Entwicklungen verbunden. Er selbst hat sich tatsächlich öfter vom NS-Regime distanziert. Und das Foto mit den gespreizten drei Fingern ist, so wie es daliegt, tatsächlich kein Beleg für Neonazismus.
Aber es ist eben auch Tatsache, dass sich der äußere rechte Rand in Österreich heute eng um das burschenschaftliche Milieu gruppiert hat. Dass eine Politik, die immer wieder gezielt auf Kosten bestimmter Gruppen - Ausländer - zu punkten versucht oder sich mit den rechtesten Randerscheinungen in der EU ins Bett legt, misstrauisch macht. Und dass militaristische Waldspiele in auffälliger Gesellschaft nicht gerade eine feine Visitenkarte für den Führer einer Parlamentspartei sind - schon gar, wenn Reaktionen dieser Partei den Verdacht nähren, dass sie das Auftauchen noch anderer Bilder fürchtet (vielleicht tatsächlich, weil sich die Neonazi-Szene von einem, auf den sie baute, enttäuscht sieht). Es ist das gesamte Umfeld, das den Irritationsraum ausmacht. Ein Finz-Bild als Ablenkung geht da ins Leere, belegt nur ziemlich miesen Stil.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001