Riegerbank - Amtshaftungsklagen: Voller Erfolg des KSV in letzter Instanz

Die aktuelle Entscheidung des Obersten Gerichtshofes bestätigt, dass den Geschädigten voller Ersatz zu leisten ist.

Wien (OTS) - Tue Gutes und sprich darüber

Am 27. Oktober 1998 eröffnete das Handelsgericht über das Vermögen der Riegerbank den Konkurs. Wolfgang Rieger hatte die Bilanzen der Bank jahrelang unter den Augen der Bilanzprüfer und letztlich auch der Bankaufsicht gefälscht. Das Ergebnis war dementsprechend:

  • Weit über 1.000 Geschädigte, darunter ca. 900 Privatpersonen (Anleger)
  • Forderungen im Umfang von ca. ATS 1,4 Mrd. oder EUR 100 Mio.
  • Ein Aktivvermögen, das sich im wesentlichen aus dem bei Wolfgang Rieger sichergestellten Geld und den Wert der 24 Wechselstuben zusammensetzte
  • Schadenersatzforderungen gegen die Organe der Bank, vor allem Wolfgang Rieger und den Buchprüfer Türke. Die Werthaltigkeit der Schadenersatzforderungen war damals und ist heute gering.

Damit war klar, dass nur eine Geltendmachung von Amtshaftungsansprüchen den Geschädigten eine glaubhafte Möglichkeit bieten könnte, einen Ersatz ihres Schadens zu erlangen. Die Anleger hatten immerhin Geld bei einer in Österreich konzessionierten Bank angelegt und standen praktisch vor einem Totalausfall.

Die Rolle des KSV

Sofort nach bekannt werden des Konkursfalles hatte der Kreditschutzverband von 1870 alle betroffenen Anleger und Gläubiger zu einer großen Informationssitzung eingeladen, deren Ergebnis auch war, dass der Wunsch an den KSV ausgesprochen wurde, alle Möglichkeiten einer Schadenersatzklage zu prüfen und zu organisieren. Dafür gibt es Gläubigerschutzverbände: sie fragen nicht viel sondern helfen gleich.

Das Ergebnis war ein Konsortium aus 543 Personen mit einem Forderungsvolumen von EUR 8,5 Mio., das gemeinsam das Risiko und die Kosten der Klagsführung gegen die Republik Österreich übernahm. Jeder beteiligte sich mit einen kleinen Fixbetrag und 2% der anerkannten Forderungssumme. Der vom KSV beauftragte Vertrauensanwalt Dr. Wolfgang Putz übernahm alle juristischen Schritte - der KSV organisierte die Kommunikation mit allen Mitgliedern im Klagskonsortium.

Dazu Experte Hans-Georg Kantner: "Wenn es um so viel geht und so viele Menschen betrifft, dann muss man alles unternehmen, was in unserer Macht stand. Mit erstklassigem juristischem Beistand haben wir einen vollen Erfolg für die Geschädigten erreicht."

Ergebnis

Am 24.1.2007 wurde die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes zugestellt, die im Ergebnis das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien vom letzten Sommer bestätigte, dass den Geschädigten voller Ersatz zu leisten ist, also 100% des Kapitalsausfalls durch den Konkurs samt 4% Zinsen vom 27.10.1998. Nach dem Spruch des OLG Wien muss dieses Geld aber nicht sofort von der Republik überwiesen werden, sondern erst wenn der Ausfall rechtsgültig feststeht, also zu Ende des Konkursverfahrens Riegerbank; dieses wird jetzt natürlich von allen 543 glücklichen Siegern herbeigesehnt. Auch ist geplant für diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen nicht länger auf das Konkursende warten können oder wollen, eine Finanzierung für eine teilweise vorzeitige Zahlung zu erlangen.

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