IWO-Österreich fordert umfassende bundesweite Feinstaub-Studie

Tiroler Ärzte schlagen Alarm / Bundesweite Fakten-Erhebung fehlt

Wien (OTS) - Dramatische Fakten haben in den letzten Tagen und Wochen das Feinstaub-Problem in aller Schärfe wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt: So haben Ärzte in Tirol auf die Gefahr zusätzlicher Sterbefälle durch die Feinstaub-Emissionen zusätzlicher Holzheizungen hingewiesen.

Mehr Holzheizungen - mehr Todesfälle durch Feinstaub

Der private Hausbrand ist eine wesentliche Quelle dieser Gesundheitsgefahr. Speziell Holzheizungen tragen mit einem Anteil von 85% (laut Umweltbundesamt) massiv zu den Feinstaub-Emissionen dieses Sektors bei. In Tirol, das neben anderen Regionen Österreichs besonders unter der Feinstaubbelastung leidet, hat die Initiative "Ärzte für eine gesunde Umwelt" die Schadstoffbelastung durch Hausbrand im Inntal untersuchen lassen. Die Experten des Instituts für industrielle Ökologie und des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien untersuchten verschiedene Szenarien für die Emissionsentwicklung bis 2015. Das Ergebnis: Die höchste Feinstaubbelastung entsteht, wenn die Zahl der Holzheizungen weiter ansteigt.

Im Extremfall - wenn alle bestehenden Ölheizungen durch Holzheizungen ersetzt würden - wäre mit über 50 zusätzlichen Todesfällen aufgrund der resultierenden Feinstaub-Zunahme zu rechnen. Aus umweltmedizinischer Sicht sind daher Förderungen für Holzheizungen in Einzelhäuser abzulehnen, so die Experten.

Förderung medizinisch bedenklicher Heizungen nicht vertretbar

"Vor diesem Hintergrund ist die Förderung von Holzheizungen absolut in Frage zu stellen", erklärt Mag. Martin Reichard, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Ölheizung. Seit langem weist das Institut auf die möglichen Probleme einer weiteren Zunahme der Holzverbrennung in Österreich hin. Zu diesen Problemen zählen:

  • Die massive Holzverknappung und die daraus folgenden Versorgungsengpässe für die Holz verarbeitende Industrie, aber auch für die Privathaushalte
  • Die rasant steigenden Preise für Holz, die ebenfalls Wirtschaft und Private treffen
  • Die steigende Importquote bei Energieholz
  • Die äußerst bedenkliche Emissionsbilanz der Holzverbrennung hinsichtlich Feinstaub, Stickoxiden und Kohlenmonoxid
  • Die Unsicherheit über die Zusammensetzung des verbrannten Holzes und damit über mögliche zusätzliche Schadstoffemissionen (Holz kennt keine gesetzliche Normung)

Nach Ansicht des IWO-Österreich ist damit dringender denn je geboten, die Heizsysteme nicht nach Einzelaspekten zu bewerten, sondern aufgrund einer ganzheitlichen Analyse nüchtern abzuwägen. "Insbesonders gilt dies für die Politik, wenn sie Entscheidungen über Millionen Euro von Fördermitteln trifft", sagt Reichard dazu. "Den emissionsfreien, kostenlosen und unendlich verfügbaren Energieträger gibt es nicht, das wissen alle. Wenn aber ein Energieträger so wie Holz ob in Form von Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets zu den genannten Nachteilen möglicherweise auch noch gesundheitlich höchst bedenklich ist, ist eine weitere Unterstützung mit Steuermitteln äußerst fragwürdig."

Das IWO-Österreich fordert zunächst eine bundesweite Untersuchung über die tatsächlichen ökologischen Folgen eines weiteren Zuwachses bei Holzheizungen analog zur Studie in Tirol. Reichard erwartet von dieser Österreich-Studie ähnlich eindeutige Ergebnisse: "Mehr Holzheizungen heißt mehr Feinstaub, und das heißt mehr Gesundheitsgefährdung. Die wesentliche Frage ist allerdings, in welcher Dimension."

Energieträger-neutrale Förderungspolitik als Ausweg

Bereits vor dem Vorliegen dieser Studie reicht die Faktenlage aber aus, um sich ganz klar gegen die Förderung der Holzheizung auszusprechen. Wesentlich sinnvoller ist die Förderung von Energiesparmaßnahmen, unabhängig vom eingesetzten Brennstoff. "Geht man nach den klaren Vorteilen der einzelnen Heizsysteme, ist eine Förderung für die Umstellung auf moderne Öl-Brennwerttechnik die nahe liegende Folgerung", so Reichard. Zu diesen klaren Vorteilen zählen:

  • Die geringen Emissionen an klassischen Luftschadstoffen - neben Feinstaub auch minimale Werte an Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Schwefeldioxid (bei Verwendung von schwefelarmem Heizöl)
  • Die Reduktion des Energieverbrauchs gegenüber Altanlagen um bis zu 40%, damit signifikante Kosten- und Emissionsreduktionen
  • Die Versorgungssicherheit mit dem Energieträger Heizöl durch vielfache Lagerung (gesetzliche Mindestreserve, Lager bei Händlern, Lagerung im Privathaushalt)
  • Die ideale Kombinierbarkeit mit alternativen Systemen, insbesonders mit Solaranlagen für die Warmwasserbereitung, und dadurch zusätzliche ökologische Vorteile

Das IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) ist die Kompetenzstelle der Mineralölwirtschaft für Heizfragen. Seit 1989 als Verein organisiert, bündelt es die Interessen von Heizölproduzenten und Brennstoffhändlern, Kessel- und Tankerzeugern, Herstellern von Kaminsystemen und weiteren Unternehmen sowie Institutionen im Umfeld des Heizsystems Ölheizung. Wichtigste Aufgabe ist die öffentliche Darstellung der Vorteile der Ölheizung sowie die Argumentation für die Ölheizung, speziell ihrer ökonomischen, ökologischen und technologischen Vorteile.

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