ASBÖ: Bundesregierung am Holzweg

StudentInnen gegen Freiwillige ausgespielt

Wien (OTS) - Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs lehnt Studiengebühren kategorisch ab. "Ich halte Studiengebühren für nicht sozial. Sie stellen eine zusätzliche Bildungsbarriere dar. Schon jetzt ist Österreich im europäischen Vergleich beinahe Schlusslicht bei der Akademikerquote", erklärt Franz Schnabl, Präsident des ASBÖ. Vielmehr wäre es Aufgabe der Regierung, das Hochschulstudium attraktiver zu machen und junge Menschen verstärkt zu einer akademischen Ausbildung zu bewegen. "Mit diesen finanziellen Bürden, die schon die vorherige Bundesregierung eingeführt hat, ist das nicht zu erreichen", so Schnabl.

Weiters weist Franz Schnabl darauf hin, dass Wahlversprechen eingehalten werden müssen. "Es ist eine Fahnenfrage. Wer an Ansehen nicht verlieren will, muss Versprochenes einhalten. Sonst darf man sich nicht wundern, wenn das Interesse an Politik weiter abnimmt."

Unabhängig von dieser Frage, will der ASBÖ-Präsident den Stellenwert der Ehrenamtlichkeit verbessert sehen.

Neuer Stellenwert der Ehrenamtlichkeit notwendig

Die Bundesregierung sollte sich folgendes vor Augen halten: Die Leistungen der Ehrenamtlichen haben einen jährlichen Produktionswert von etwa 6,3 Milliarden Euro. 482.000 gut ausgebildete Menschen sind derzeit wöchentlich unentgeltlich im Einsatz für andere Menschen, sie leisten wöchentlich 16,7 Millionen Arbeitsstunden.

Es wurde bereits 2001ein "Freiwilligen Manifest" verfasst, das leider in der Schublade liegt. Schon damals wurde gefordert, dass der Staat geeignete strukturelle Rahmenbedingungen schafft, um die Tätigkeit der Ehrenamtlichen aufzuwerten. Die Zahl der Menschen, die Hilfe von anderen benötigt, nimmt stetig zu.

Folgende Verbesserungen für Ehrenamtliche muss es nun endlich geben:

  • Sozialversicherungsrechtliche Absicherung (Unfall- und Haftpflichtversicherung)
  • laufende Ausbildung
  • verstärkte Unterstützung durch die öffentliche Hand (Imageverbesserung, Wertschätzung,...)

Klar definiert werden muss, so Schnabl, welche Einrichtungen als Freiwilligen-Organisationen gelten. "Es kann nicht sein, dass jede kleine Blasmusikkapelle den Rettungs- und Sozialeinrichtungen gleichgestellt wird."

Abschließend hält der ASBÖ-Präsident fest, dass Freiwillige nicht gegen StudentInnen ausgespielt werden dürfen.

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