Frauenministerin Bures richtet Offenen Brief an die KPÖ-Frauen

Frauenpolitische Schwerpunkte: Mehr Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt, Kampf gegen Frauenarmut und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (OTS) - In einem Offenen Brief an die KPÖ-Frauen bekräftigt Frauenministerin Doris Bures ihre politischen Schwerpunkte für die kommenden vier Jahre. Bures erklärt weiters, dass sie mit den Frauenorganisationen und -initiativen in einen intensiven Dialog eintreten wird. Die Frauenministerin reagiert damit auf einen Offenen Brief vom 17. Jänner, in dem die KPÖ-Frauen einen Kurswechsel in der Frauenpolitik eingefordert hatten.

Sehr geehrte KPÖ-Frauen !

Nach langen Verhandlungen haben wir es geschafft, die Einrichtung eines eigenständigen Frauenministeriums durchzusetzen. Es ist uns gelungen, wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Frauen in Österreich im Regierungsprogramm festzuhalten, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden müssen.

Ein frauenpolitischer Schwerpunkt des Regierungsprogramms ist die Verbesserung der Situation der Frauen am Arbeitsmarkt. Ein großer Durchbruch ist mit der Erhöhung der AMS-Mittel um 200 Millionen Euro gelungen. Allein 100 Millionen davon werden ausschließlich für Weiterbildungsmaßnahmen und zur Förderung gezielter Berufsabschlüsse von Frauen verwendet. Ziel ist es, die Frauenbeschäftigungsquote in den nächsten vier Jahren um mindestens drei Prozentpunkte zu erhöhen und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Vollerwerbsquote umzusetzen.

Einen entscheidenden Fortschritt in der Vereinbarkeit zwischen Beruf um Familie stellt die Flexibilisierung des Kindergeldes dar. In Zukunft haben Eltern die Wahl zwischen drei Jahren Kindergeld und einem niedrigeren Bezug oder eineinhalb Jahren Kindergeld und dem fast doppelten Bezug. Dadurch schaffen wir für Eltern beste Voraussetzungen Beruf und Familie zu vereinbaren.

Die Einführung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung und eines Mindestlohns ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Frauenarmut. Zudem werden Alleinerziehende, die einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind, stärker unterstützt, sei es durch die Anpassung der Familienleistungen oder durch die Reform des Unterhaltsvorschusses.

Auch im Gewaltbereich werden wir zahlreiche Verbesserungen verwirklichen. Neben der Weiterentwicklung in der Gesetzgebung ist es ganz wichtig, die Interventionsstellen gegen Gewalt mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten.

Da Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten alle Bereiche unserer Gesellschaft umfassen, sehe ich diese als Querschnittsmaterie. Ich werde mit allen Ministerinnen und Ministern eng zusammenarbeiten und gehe davon aus, dass nicht zuletzt durch den hohen Frauenanteil in der Regierung diesem Bereich ein besonderes Gewicht zukommen wird. Es ist mir ein großes Anliegen, mit den verschiedenen Frauenorganisationen und -initiativen zusammenzuarbeiten, denn nur durch den intensiven Dialog können die Probleme aus der Praxis im politischen Entscheidungsprozess zu einer Lösung führen.

Mit freundlichen Grüßen,

Doris Bures
Frauenministerin

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