Donau-Schifffahrt hat noch freie Kapazitäten

Bollmann: "Niedrige Kosten und effiziente Abläufe" - Wirtschaft drängt auf Umsetzung des nationalen Aktionsplans für die Binnenschifffahrt

Wien (PWK054) - Die Bedeutung der Donau als natürlicher Handelsweg ist durch die jüngste EU-Erweiterung weiter gestiegen. Sie ist zu einem wichtigen Baustein des freien Warenverkehrs in einer erweiterten Europäischen Union geworden. Anlässlich des Verkaufs der DDSG-Cargo mahnt der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, Harald Bollmann, die zügige Umsetzung des nationalen Aktionsplanes zur Stärkung der Binnenschifffahrt ein.

Die Hauptanliegen der Schifffahrt liegen im Ausbau der Infrastruktur ("Flussbauliches Gesamtprojekt" östlich von Wien, Hafen-, Terminal- und Kaianlagen etc), in der Optimierung der Schleusenrevisionszeiten und bei den Förderungen zur Flottenmodernisierung. Die via donau Wasserstrassen GmbH sollte nach zwei erfolgreichen Jahren mit den neuen Agenden evaluiert werden, um die Effizienz weiter zu stärken. Die Einrichtung eines Nutzerbeirates, ähnlich jenem in der Asfinag für das Gewerbe, wurde zwar angekündigt, aber noch nicht realisiert und sollte deshalb zügig eingerichtet werden.

Ein Schwerpunkt des österreichischen EU-Vorsitzes 2006 war die Stärkung der europäischen Binnenschifffahrt. Neben der Annahme eines europäischen Aktionsplanes wurde auch ein nationaler Aktionsplan verabschiedet. Jetzt gelte es, die Pläne zu realisieren, betont der Verkehrssprecher. Das sei auch dringend notwendig, um einen möglichen Verkehrsinfarkt auf der Straße zu verhindern. Denn im Zeitraum 1994 bis 2002 stieg das Güterverkehrsaufkommen um 85 Prozent, wobei der Straßengüterverkehr die anderen Verkehrsträger mit einem Plus von 119 Prozent bei weitem übertraf.

Angesichts der wirtschaftlichen Dynamik des Donauraums könne man davon ausgehen, dass das Verkehrswachstum auch in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren anhalten werde. "Die Donau- Binnenschifffahrt hat noch freie Kapazitäten. Die Binnenschifffahrt bietet eine Reihe weiterer Vorteile: Geringer Treibstoffbedarf, weniger CO2-Ausstoß, niedrigere Kosten - ein Schiff kann rund 1.300 Tonnen laden. Das schaffen auf der Straße nur 325 Lkw à 40 Tonnen", hebt Bollmann hervor.

Der Transport auf Binnenwasserstraßen lohne sich wegen niedriger Kosten und der effizienter Arbeitsabläufe. Bollmann nennt folgenden Vergleich: Ein Schiff transportiert über die gleiche Entfernung 127 t Fracht pro Liter Treibstoff, die Bahn 97 t und der Lkw 50 t. Dies sei teilweise darauf zurückzuführen, dass Binnenschiffe, zusammen mit der Motorkraft, die natürliche Strömung des Wassers als Antriebskraft nützen können. Ihre Massenleistungsfähigkeit mache "economies of scale" möglich, etwas, das von der Straße oder der Bahn in dieser Form nicht zu erreichen ist. (hp)

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