Neues Volksblatt: "Erklärungen" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 29. Jänner 2007

Linz (OTS) - Eine völlig wirre Aussendung des blauen Pressereferenten in der Nacht auf Samstag - später als satirische Betrachtung definiert - dokumentiert wohl am besten das derzeitige Problem der FPÖ. Man glaubt immer noch, sich an einem für den Parteiobmann existenziellen Thema irgendwie vorbeischwindeln zu können. Wer aber mit jeder Erklärung (Südtirol-Gruß, drei Bier bestellt) noch mehr Erklärungsbedarf provoziert, darf sich am Ende nicht wundern, wenn die Glaubwürdigkeit endgültig in Frage gestellt wird.
Dass sich Parteichef Heinz-Christian Strache erst heute erklären will, passt da gut ins schlechte Bild. Wenn ihnen etwas wichtig ist, dann ist das Wochenende für Politiker keine arbeitsfreie Zeit. Strache braucht also eigentlich schon viel zu lange, um seine Vergangenheit beziehungsweise seine Position zur braunen Vergangenheit zu erläutern. Dass er im Standard am Samstag auf die Frage nach einschlägigen Fotos noch meinte, er habe
"den Hitler mit Sicherheit nicht gegrüßt", lässt nicht annehmen, dass er zum Zeitpunkt des Interviews den Ernst der Lage schon erkannt hatte. Warum das drei Tage später der Fall sein soll, kann er heute auch erklären.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001