Vranitzky in ÖSTERREICH zu Strache-Affäre: "Brauchen harten Hitzeschild gegen Neonazis"

Sollte sich der Verdacht gegen FPÖ-Chef erhärten, fordert Altkanzler härtere Reaktion der SPÖ

Wien (OTS) - Sollten sich die Affäre um FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und die Bilder, die ihn bei Kampfübungen zeigen, ausweiten, dann seien Konsequenzen erforderlich. Diese Ansicht vertritt der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky in einem Interview mit der morgigen (Freitag-) Ausgabe von ÖSTERREICH.
Zur milden Reaktion von SP-Chef und Kanzler Alfred Gusenbauer auf Straches-Foto Affäre sagte Vranitzky, Gusenbauer habe "nicht hektisch reagiert. Es war eine denkbare Verhaltensweise eines Regierungschefs, wenn auch keine endgültige, je nachdem was noch an die Oberfläche kommt."

Würde ein Foto von Strache auftauchen, auf dem er den Hitler-Gruß macht, oder es sich belegen lasse, dass er später verurteilten Neonazis zu tun gehabt habe, könne Gusenbauer nicht weiter zurückhaltenden sein. Vranitzky: "Sollte belegt werden, dass es nicht nur ein dummer Bubenstreich Straches war, ist die Sozialdemokratie sicher anders gefordert als nur zu sagen, man könne ihm keinen Strick daraus drehen."

Klar sei, dass Strache erheblichen Erklärungsbedarf habe und es generell eine harte Haltung gegenüber Rechtsextremismus einzunehmen sei. Vranitzky in ÖSTERREICH: "Wenn wir uns immer von Neuem aus gutem Grund Gemeinsamkeiten der Völker zu eigen machen, muss der Hitzeschild gegen Antisemitismus, Fremdenhass und Neonazitum im eigenen Land am härtesten sein. Das ist die Richtschnur im Bezug auf alle Straches dieser Welt"

In seiner harten politischen Haltung gegenüber der FPÖ sei er bestätigt worden: "Mir wurde immer vorgeworfen, dass ich diese Leute ausgrenze. Aber ich wurde immer bestätigt. Bei den Freiheitlichen kann man an verschiedenen Stellen hingreifen, es wird immer Ewig-Gestrige geben. Das hört nicht auf. Von Zeit zu Zeit ist da ein Offenbarungseid nötig, ob diese Leute den politischen Hygieneerfordernissen der Republik gewachsen sind, die letztlich 1945 als Antithese zum Nationalsozialismus entstand."

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