Brinek für Ausbau von Tutorentätigkeit und bestehendem Lernhilfe-Programm

Unendliche Ausweitung der Refundierung der Studienbeiträge würde Ehrenamt zerstören

Wien (ÖVP-PK) - Hinsichtlich der Refundierung der Studienbeiträge gilt es, vor allem bereits bestehende Wege zu propagieren und auszubauen. Das sagte heute, Donnerstag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Dr. Gertrude Brinek und nannte in diesem Zusammenhang das universitäre Tutorenmodell bzw. das vorgeschlagene aus Israel importierte Modell, nach dem Studienbeiträge quasi "abgearbeitet" werden. Im Detail werde die interministerielle Arbeitsgruppe, die Ende Jänner erstmals tagt, das Studienbeihilfensystem samt Kreditmodell untersuchen und Verbesserungsvorschläge machen. ****

Ein großer Vorteil von Tutorinnen und Tutoren sei, dass sie als Studierende einer Universität nicht nur ein Entgelt beziehen, sondern zusätzlich auch die Studienbeiträge zurück erhalten. Sie werden jeweils für die Dauer von einem Semester für maximal vier Wochenstunden beschäftigt. Das Gesamtbruttoentgelt für ein Semester liegt bei 1.309,60 Euro. Durch TutorInnen bestehe die Möglichkeit, ohne neue Planstellen die Betreuungsqualität an den Unis zu verbessern. Es sei dies sozusagen eine "win-win-Situation für alle Studierenden und die Universität selbst", meint Brinek.

Andere Möglichkeiten zur Refundierung wie etwa Lernbegleitung für SchülerInnen dürften nicht auf Kosten der Stipendiengelder gehen. Es gehe darum, in bestimmten Defizitbereichen der Gesellschaft Hilfe anzubieten. In diesem Zusammenhang verwies Brinek auf die ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesende Pädagogikstudentin Elisabeth Schmid, die beim Niederösterreichischen Hilfswerk für etwas mehr als sechs Euro in der Stunde Lernbegleitung durchführe und damit einen Teil ihrer Studiengebühren zahle. "Damit entspricht sie dem Vorbild des Bundeskanzlers." Der Vorteil dabei bestehe darin, dass keine weiteren Organisationen dafür aufgebaut werden müssen, so Brinek.

Die ÖVP-Wissenschaftssprecherin warnte vor "überbordenden Vorstellungen und die Erfindung neuer organisatorischer Modelle. Das würde zulasten der Studierenden gehen, weil diesen dann das Geld aus dem Stipendientopf fehlen würde. Mit einer "unendlichen Ausweitung der Möglichkeiten" würde man darüber hinaus das Ehrenamt kaputt machen. Es stelle sich dann die Frage, warum ein Lehrling oder eine Hausfrau für dieselbe Arbeit nichts bekomme, ein Student aber schon. "Ich verstehe, dass es Begehrlichkeiten von Organisationen und auch Motive gibt, diese auszuweiten. Das ist aber sehr aufwändig", verwies die Brinek darauf, dass man im Sinne der EU-Konformität dann auch ausländische Organisationen wie beispielsweise den "Grünen Löwen" in Berlin oder Greenpeace an der Nordsee berücksichtigen müsse. Durch den daraus entstehenden Bescheinigungs- und Bestätigungsaufwand würde das Geld der Studierenden reduziert, das wiederum den sozial bedürftigen Studierenden dann fehle. Angesprochen auf die immer wieder diskutierte Hospizarbeit von Studierenden meint Brinek: "Warum soll ein angehender Mediziner im zweiten Studienabschnitt nicht im Pflegebereich arbeiten?"
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