Gehmacher, Blecha und Khol präsentieren Studienergebnisse

Sozialkapital bei Senioren - Glückliches Altern

Wien (OTS) - Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten heute Prof. Dipl. Ing. Ernst Gehmacher und die Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates BM a.D. Karl Blecha und Präs NR a.D. Dr. Andreas Khol die Ergebnisse der Studie zum Thema "Sozialkapital bei Senioren - Glückliches Altern" des Büro für die Organisation angewandter Sozialforschung (BOAS). Die vom Seniorenrat in Auftrag gegebene Studie macht Mut: Die Finanzierungsprobleme von Gesundheit und Pensionen sind nicht so akut, wie oftmals angenommen: Setzen sich die derzeitigen Trends zu gesunder Lebensweise und Fitness fort, werden die Senioren zunehmend zum Nationalprodukt beitragen, während die Kosten für die Gesundheitsversorgung der Älteren gleichzeitig sinken werden.

Die unter Leitung von Prof. Gehmacher durchgeführte Studie zeigt, welcher Zusammenhang zwischen einer gesunden und glücklichen Lebensführung der Senioren und der Kosten/Nutzen-Rechnung für den Staat besteht. So zeigt sich, dass auch die "ganz gesunden" Senioren kurativ-palliative Medizin benötigen werden, aber nur mehr halb so viel. Dann würde sich der bisherige medizinische Aufwand vermindern -eine Einsparung von etwa 30 Prozent wäre möglich. Beim Pflegeaufwand würde der Effekt des vollen Programms über diesen Erfolg hinausgehen, weil Selbstentfaltungs-Aktivitäten und Lebenshilfe auch einen Teil des öffentlichen und kommerziellen Pflege-Aufwands ersetzen könnten. Als erreichbares Ziel wäre eine Halbierung anzusehen.

Um dies zu erreichen ist eine Unterstützung des ohnehin vorhandenen Trends zum gesünder und glücklicher Leben vonnöten. Die wichtigsten Punkte dabei wären:

  • Präventivmedizin und Unterstützung gesunder Lebensweise
  • Förderung von sozialer Integration und Gemeinschaftsbildung
  • Förderung von Selbstentfaltungsaktivitäten mit sozialer und ökonomischer Produktivität
  • Pflege- und Hilfsgemeinschaften
  • Soziale Lebenshilfe und Psychotherapie für Benachteiligte und Geschädigte

Die Studie nimmt einen Betrag von etwa zwei bis drei Prozent des Sozialprodukts für die öffentliche Förderung eines solchen Programms an. Dabei wäre aber der Nutzen größer als die Kosten: Das Gesundheitssystem sowie das Pflege- und Betreuungssystem würden entlastet, diese Kosten ließen sich um bis zu ein Drittel senken. Gleichzeitig würde der Anteil der Senioren am Nationalprodukt steigen. Allein der reale Beitrag der Pensionisten zum Sozialprodukt durch ehrenamtliche Tätigkeiten könnte dabei bis zu 10 Prozent des Nationalprodukts ausmachen.

Der heuer amtsführende Präsident des Österreichischen Seniorenrates Karl Blecha erinnert an die schon vor Jahrzehnten eingeleiteten und praktizierten Maßnahmen des Pensionistenverbandes zur Unterstützung gesunder Lebensweise, sozialer Integration, Gemeinschaftsbildung und Selbstentfaltung für ältere Menschen in selbstgestalteten Seniorenklubs, Neigungsgruppen und verschiedenen die Beweglichkeit fördernden Aktivitäten.

"Die Studie des BOAS bestätigt eindrucksvoll die Ergebnisse der 'Denkwerkstatt' des Österreichischen Seniorenbundes, welche unter dem Titel 'Die Freiheit hat kein Alter' auch als Buch erschienen ist", kommentierte Seniorenrats-Präsident Dr. Andreas Khol: "Die modernen Seniorinnen und Senioren leben so gesund und so aktiv wie nie zuvor. Sie leisten bis ins hohe Alter einen wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft." Die in vielen Medien immer wieder auftauchenden Szenarien von der angeblichen "Vergreisung" Europas, welche die Sozialsysteme über alle Maßen belasten würde, bewertet Khol als "Schwachsinn": "Die Menschen leben ja nicht nur länger, sondern eben auch gesünder. Diese Entwicklung ist Anlass zur Freude für uns alle, denn möglichst lange leben will wohl jeder. Die Studie belegt, dass wir mit Mut und Zuversicht in die Zukunft blicken können."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Wolfgang Braumandl
Österreichischer Seniorenrat
Tel.: 01/892 34 65
Sperrgasse 8-10/III, 1150 Wien
www.seniorenrat.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0003