Wirtschaftswachstum ohne Klimazerstörung

Greenpeace und EREC stellen Masterplan zur Rettung des Klimas vor

Brüssel/Wien (OTS) - Nur mit einem raschen und weitreichenden
Umbau der weltweiten Energie¬versorgung kann der drohende Klimakollaps noch aufgehalten werden. Das ist die Kernaus¬sage des Reports "Energie (R)evolution - Ein nachhaltiger Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für die Welt", den Greenpeace heute mit dem Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie-Industrie (EREC) in Brüssel vorstellt. Erneuerbare Energien könnten im Jahr 2050 im Zusammenspiel mit einer deutlich verbesserten Energieeffizienz die Hälfte des gesamten Energiebedarfs decken und so den weltweiten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid halbieren. Dieses Welt-Energieszenario basiert auf einer sicheren, bezahlbaren Energieversorgung und berücksichtigt die gängigen Prognosen zum weltweiten Wirtschafts¬wachstum.

Der vorliegende Greenpeace-Bericht wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik sowie dreißig weiteren Wissenschaftern aus aller Welt erar¬beitet. Er beruht auf den detaillierten regionalen Abschätzungen für das Ausbaupotenzial für Erneuerbare Energien, der Energieeffizienz und der Nutzung dezentral eingesetzter Kraft-Wärme-Kopplung. Die dabei errechneten Kohlendioxid-Emissionen werden schließlich einem "business as usual"-Szenario der Internationalen Energie Agentur gegenübergestellt.

"Mit dem Welt-Energieszenario zeigen wir, dass eine umfassende Änderung möglich ist. Es kann Wirtschaftswachstum also auch ohne Klimazerstörung geben", sagt Erwin Mayer, Energie-Experte von Greenpeace Österreich. "Wir rechnen vor, wie man allmählich auf die klimaschädlichen fossilen Energien und auf die Atomenergie verzichten kann. Erneuerbare Energien sind wettbewerbsfähig, wenn die Regierungen ihre Subventionen für fossile und atomare Energien abbauen und das Verursacher-Prinzip für Verschmutzer einführen", so Mayer. Greenpeace fordert, dass die Subventionen für Kohle und Atomenergie bis 2010 eingestellt werden.

Weiters erwartet Greenpeace von Bundeskanzler Gusenbauer, dass er Österreich wieder zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz macht und beim EU-Klimagipfel im März für strikte Klimaschutz-Ziele kämpft. Österreich muss seine Hausaufgaben endlich erledigen: Dazu gehören die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien, die drastische Reduktion der Gratis-Verschmutzungsrechte für Industrie und E-Wirtschaft, eine ökologische Steuerreform sowie Maßnahmen gegen die anwachsende Verkehrsflut.

Nicht zuletzt kommt der Greenpeace-Bericht zu dem Schluss, dass Erneuerbare Energien in Zukunft eine wesentliche Rolle in der Weltwirtschaft spielen werden. Oliver Schäfer, Politik-Direktor der Erneuerbaren Energien Industrie, sagt: "Der Weltmarkt für Erneuerbare Energien kann in einer zweistelligen Rate bis 2050 wachsen und dann so groß sein wie heute die fossilen Energien. Es ist nur eine Frage des politischen Willens, denn technische und ökono¬mische Barrieren gibt es keine, wie der Report zeigt." Das Szenario macht auch klar, dass das Zeitfenster für ein konsequentes Handeln klein ist:
Innerhalb der nächsten zehn Jahre muss die Energieversorgung weltweit umgestellt werden, denn bis dahin sind viele Kraftwerke in den OECD-Ländern aufgrund ihres Alters zu ersetzen.

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Attila Cerman, Greenpeace, 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace, 0664-2700441

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