Neues Volksblatt: "Oberflächlich" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. Jänner 2007

Linz (OTS) - Schön langsam heißt es aufpassen, dass die Debatte um die Studiengebühren nicht ins Lächerliche abgleitet. Zumindest sollten all jene, die jetzt beinahe schon im Stundentakt neue ehrenamtliche Tätigkeiten als Gegenleistung in die Waagschale werfen, die entsprechende Passage im Regierungsprogramm lesen. Dann würden sich manche an ihren Vorschlägen verschlucken. Denn dort ist dezidiert von Betreuungstätigkeiten im Schulwesen und Leistungen im Rahmen neuer sozialer Herausforderungen die Rede.
Wenn jetzt - von der Blasmusik über die Jungschar bis zur Parteijugend - jedes Engagement gegenverrechnet werden soll, stellt sich die Frage nach dem Sinn ehrenamtlicher Tätigkeit. Anders gesagt:
Bekommen jene, die nicht studieren, aber auch bei der Feuerwehr oder bei der Rettung sind, für ihren Einsatz künftig Geld? Beziehungsweise: Bekommen sie mehr als die 363 Euro, nimmt doch so ziemlich jedes freiwillige gesellschaftliche Engagement mehr Zeit in Anspruch als die für die Studiengebühren verlangten 60 Stunden im halben Jahr. Dass sich schließlich niemand den Kopf darüber zerbricht, woher das Geld kommen soll, zeigt, wie oberflächlich die Debatte geführt wird.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001