"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Wilde Frische" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 24.01.2007

Wien (OTS) - Die Modernisierung der ÖVP ist überfällig. Parteichef Wilhelm Molterer und Vordenker Josef Pröll tun derzeit so, als wüssten sie das auch. Bei der Auftaktveranstaltung der "Perspektivengruppe 2010" war viel zu hören von der "wilden Frische", die die Partei in Kürze auszeichnen soll. Breit, bunt und offen will sie werden.
Noch ist davon wenig zu merken. Die neuen Regierungsmitglieder sprechen zwar von einem neuen Familienbild, von Freiheit, Individualität und Toleranz. Konkret erkennbar ist davon aber noch nichts.
An der Spitze stehen mit Molterer als Partei- und Schüssel als Klubchef zudem weiterhin zwei Männer der alten Garnitur. Ihre Parole für Abgeordnete, Funktionäre und Wähler war simpel: "Hände falten, Goschen halten". So sah das jedenfalls Ferdinand Maier, der als NÖ-Abgeordneter und Raiffeisen-Generalsekretär nicht gerade als klassischer Parteirebell gilt.
Lippenbekenntnisse sind zuwenig. Die ÖVP sollte sich von den derzeit guten Umfragen nicht täuschen lassen. Sie wird bei den nächsten Wahlen daran gemessen werden, ob sie in der täglichen Regierungsarbeit Mut zur Veränderung beweist. Mit dem Slogan "alles bleibt besser" hat sie schon im Vorjahr einen scheinbar komfortablen Vorsprung verspielt.

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