Die Zukunft ist weiblich, sozial und atypisch beschäftigt

Bericht der ÖGB-Reform-Teilprojektgruppe "Zielgruppen"

Wien (ÖGB) - In einer veränderten Arbeitswelt muss der ÖGB in Mitgliederwerbung und Serviceangebot mehr denn je auf neue Zielgruppen zugehen. Das bestätigt auch die Teilprojektgruppe die sich im Zuge des ÖGB-Reformprozesses unter der Leitung der stellvertretenden vida-Bundesgeschäftsführerin, Renate Lehner, mit "Zielgruppen" befasst hat. Auf drei Gruppen will man sich hier in den nächsten Monaten besonders konzentrieren: auf Menschen in Sozialberufen, atypisch Beschäftigte und Arbeitslose. "In diesen Bereichen finden sich besonders viele Frauen. Um sie wollen wir uns besonders bemühen", betont Lehner.++++

"Gerade Frauen arbeiten sehr oft in Sozialberufen - ob es sich um Pflege oder Kinderbetreuung handelt. Viele davon sind Wiedereinsteigerinnen, viele arbeiten Teilzeit", erklärt Renate Lehner: "In der Gewerkschaft HGPD haben wir viel Erfahrung mit Beschäftigten aus dem Sozialbereich gesammelt und auch in der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida kümmern wir uns um diese Berufsgruppen. Wir haben dabei auch schon einiges erreicht, z.B. den BAGS-Kollektivvertrag. Das gilt es zu vermitteln und die ArbeitnehmerInnen auch als Mitglieder zu werben. Wir kennen die Probleme dieser Zukunftsbranche sehr gut. Wir müssen jetzt aber auch unser Serviceprogramm auf die Bedürfnisse dieser Menschen abstimmen."

Eine zweite sehr wichtige, neue Zielgruppe des ÖGB müssen atypisch Beschäftigte sein, ergänzt Lehner: "Das ist auch ein klarer Auftrag unserer Mitglieder. Bei der Mitgliederbefragung ist heraus gekommen, dass 70 Prozent die Vertretung von freien DienstnehmerInnen und neuen Selbstständigen für sehr bzw. eher wichtig halten."
Eine dritte neue Zielgruppe sind schließlich Arbeitslose in AMS-Maßnahmen. "Diese Menschen sollten wir auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt unterstützend begleiten," betont die Teilprojektgruppenleiterin: "Auch hier hat der ÖGB hohe Kompetenz, die vermittelt werden muss."

Diese drei speziellen Zielgruppen wurden von der Teilprojektgruppe als eine Art Länder- und Gewerkschaftsübergreifendes Pilotprojekt vorgeschlagen. In weiterer Folge sollen noch weitere Zielgruppen wie MigrantInnen oder Lehrlinge im letzten Lehrjahr erschlossen werden. "Ich sehe große Chancen in diesem Bereich, denn die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung hat gezeigt, dass wir nur von unseren Mitgliedern lernen können", schließt Renate Lehner: "Neue Mitglieder bedeuten also auch neue Aspekte für unsere Arbeit. Endlich wird der ÖGB weiblicher und erkennt das große Potential von Frauen als Mitgliedern." (kk)

ÖGB, 23. Jänner 2007 Nr. 43

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