Neues Volksblatt: "Zweifel" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 23. Jänner 2007

Linz (OTS) - Ob Rudolf Hundstorfer unter anderen Umständen jemals ÖGB-Präsident geworden wäre, darf bezweifelt werden. Ohne BAWAG-Debakel hätte man im Gewerkschaftsbund weder Reformbedarf geortet noch daran gezweifelt, dass Fritz Verzetnitsch noch eine Periode als Präsident anhängen wird. Seine Nachfolge hätten sich die Chefs der zum Teil neu aufgestellten mächtigen Gewerkschaftsblöcke untereinander ausgemacht, Gemeindegewerkschafter Hundstorfer wäre da nicht einmal als Außenseiter zur Diskussion gestanden. Selbst als er als Notnagel das Himmelfahrtskommando eines interimistischen Präsidenten übernahm, setzte niemand auf ihn als Dauerlösung. Nicht, dass Hundstorfer in den vergangenen zehn Monaten als Verkäufer des Familiensilbers (BAWAG, ÖGB-
Zentrale) schlechte Arbeit geleistet hätte. Aber auch er ist ein Funktionärstyp aus der Ära Verzetnitsch. Nicht einmal seine eigene Fraktion überhäufte ihn mit Vorschusslorbeeren, wie die 86,7 Prozent für seine Nominierung in der FSG zeigen. Und ob der bisherige Wiener SPÖ-Mandatar Hundstorfer den ÖGB aus der roten Umklammerung führen wird, darf auch bezweifelt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001