Graz: Landwirtschaftskammer stellt Bioenergie-Strategie vor

Wärme und Strom sollen verstärkt vom Acker kommen

Graz (AIZ) - "In der Land- und Forstwirtschaft herrscht Bioenergie-Aufbruchstimmung. Der Boom bei Bioenergie eröffnet nicht nur den Forstwirten, sondern künftig auch Acker- und Grünlandbauern neue Perspektiven", unterstreicht Winfried Eberl, Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark. Konkret soll die Rohstoffproduktion auf Äckern und Grünland zur Erzeugung von Wärme und Strom stark ausgeweitet werden. Mittelfristig sollen in dem Bundesland auf 15.000 ha Acker- und Grünland Energiehölzer und Energiepflanzen wachsen. Damit können 30.000 Haushalte mit Wärme und Strom versorgt werden. Diese Zukunftsstrategie stellte die Landwirtschaftskammer beim Biomassetag auf der Häuslbauermesse in Graz vor. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, mehr als 300 Landwirte nahmen teil.

Forschung wird ab sofort intensiviert

Um diese Ziele zu erreichen, baut die Landwirtschaftskammer heuer noch die Versuchs- und Forschungsarbeiten für potenzielle Energiehölzer und Energiegräser stark aus. Getestet werden schnell wachsende Weiden und Pappeln, Energiemais, Elefantengras, Hirse, Kanariengras und Switchgras, berichtet Eberl. Daraus können Agro- und Heupellets für die Wärmeerzeugung gepresst werden. Für die Stromproduktion sind in erster Linie Mais, aber auch schnell wachsende Weiden und Pappeln interessant. Auch die Kesselindustrie arbeitet intensiv an der Entwicklung geeigneter Feuerungstechnologien, die Energiepflanzen effizient und emissionsarm verbrennen können.

Zusätzlich soll auch mehr Bioenergie für Strom und Wärme aus dem Wald kommen. Mittelfristig können die heimischen Bauern zusätzlich rund 1 Mio. Festmeter Energieholz für die Wärme- und Stromerzeugung bereitstellen. Damit können 50.000 Haushalte beheizt und 5.000 mit Strom versorgt werden.

"Energie von Rohstoffen aus der Land- und Forstwirtschaft ist krisensicher und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energie-Unabhängigkeit vom Ausland. Außerdem werden mit dieser Strategie Arbeitsplätze im Inland geschaffen und die Wertschöpfung bleibt in den Regionen", betont Eberl.
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