NÖGKK-Infos über häufig gestellte Fragen

Thema: Entgeltfortzahlung - gleiches Recht für alle

St. Pölten (OTS) - "Wie lange bekomme ich mein Gehalt/meinen Lohn, wenn ich krank bin?" "Was mache ich, wenn ich im Urlaub krank werde?" "Kann ich im Krankenstand gekündigt werden?" Diese und ähnliche Fragen werden den Kundenberater/innen der NÖ Gebietskrankenkasse häufig gestellt. Hier die wichtigsten Fakten im Überblick:

Thema: Entgeltfortzahlung - gleiches Recht für Arbeiter und Angestellte

Stellen Sie sich vor, Sie erkranken an Grippe und müssen zwei Wochen das Bett hüten. Ihr Arbeitgeber überweist Ihnen für die erste Woche noch den Lohn, aber dann ist Schluss. Geld gibt es erst wieder, wenn Sie zurück am Arbeitsplatz sind. Unglaublich? Für Arbeiter war das bis 1974 noch Realität. Dies änderte sich erst mit der Einführung des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG). Seit der Novellierung dieses Gesetzes im Jahr 2000 haben Arbeiter genauso lang Anspruch auf Fortzahlung ihres vollen Entgeltes wie Angestellte. Und zwar bei Krankheit grundsätzlich sechs Wochen, bei einem Arbeitsunfall acht Wochen.

Meldepflicht:

Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, eine Arbeitsverhinderung unaufgefordert und unverzüglich bekannt zu geben. Auf Verlangen des Arbeitgebers ist auch eine ärztliche Bestätigung über Beginn, voraussichtliche Dauer und Ursache (Krankheit, Unglücksfall, etc.) der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Der konkrete Grund der Verhinderung (also die Diagnose des Arztes) muss jedoch nicht mitgeteilt werden. Wird diese Meldepflicht nicht eingehalten, verliert der Arbeitnehmer für die Dauer der Säumnis den Anspruch auf das Entgelt. Die Gesamtdauer des Anspruches verkürzt sich dadurch aber nicht. Wird die Meldung der Arbeitsverhinderung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, lebt der Anspruch wieder auf.

Erkrankt oder verunglückt ein Arbeitnehmer während des Urlaubes und dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage an, so wird der Urlaub unterbrochen. Dies ist dem Arbeitgeber unverzüglich nach drei Tagen zu melden.

Beendigung des Arbeitsverhältnisses:

Wird ein Arbeitnehmer während eines Krankenstandes gekündigt, so bleibt der Anspruch auf Fortzahlung des Entgeltes im vollen Ausmaß bestehen. Erfolgt die Kündigung bereits vor dem Krankenstand, endet mit dem Dienstverhältnis auch die Entgeltfortzahlung. Dies gilt auch für befristet abgeschlossene Dienstverhältnisse bzw. bei Lösung während der Probezeit.

In der Praxis kommt es immer öfter vor, dass unmittelbar vor bzw. während einer Arbeitsunfähigkeit das Dienstverhältnis "einvernehmlich" gelöst und eine Wiedereinstellungszusage vereinbart wird. Dadurch sollen die Kosten für die Entgeltfortzahlung möglichst gering gehalten werden. In diesen Fällen handelt es sich jedoch um Schein- bzw. Umgehungsgeschäfte, die von den Krankenkassen nicht toleriert werden!

Zuschüsse für Arbeitgeber:

Unter bestimmten Voraussetzungen können Unternehmer Zuschüsse zur Entgeltfortzahlung bei der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) beantragen. Bedingungen sind:

  • das Unternehmen beschäftigt regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmer,
  • die Dienstnehmer sind bei der AUVA versichert,
  • die Arbeitsverhinderung dauert bei einem Unfall länger als drei aufeinander folgende Tage bzw. bei Krankheit länger als zehn aufeinander folgende Tage,
  • das Entgelt wurde entsprechend fortgezahlt.

Weitere Informationen zum Thema Entgeltfortzahlung finden Sie im Internet unter www.noegkk.at bzw. www.auva.at.

Infos für Dienstnehmer: Tel.: 050899-6100
Infos für Dienstgeber: Tel.: 050899-7100

Rückfragen & Kontakt:

NÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 050899-5121

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGK0001