Greenpeace: Kitzbühel wurde Opfer des Klimawandels

CO2-Steuer soll Vervielfachung des Katastrophenschutzfonds finanzieren

Wien/Kitzbühel (OTS) - Exakt während der gestrigen Greenpeace-Aktion zum Klimaschutz führten die ungewöhnlich hohen Temperaturen zur Absage der Speed-Bewerbe in Kitzbühel. "Unser aller Ziel muss es sein, so rasch wie möglich die CO2-Emissionen zu senken, um in Hinkunft die Hahnenkamm-Rennen nicht regelmäßig absagen zu müssen", fordert Erwin Mayer, der Klima-Experte von Greenpeace.

Aus den Einnahmen einer CO2-Steuer sollte - neben der Förderung von Klimaschutz-Maßnahmen - auch der Katastrophenschutzfonds finanziert werden: "Wer mehr CO2 ausstößt, trägt auch mehr zur Abdeckung der Folgeschäden des Klimawandels bei. Und das ist nur fair", betont Mayer. Bisher zahlen die größten Emittenten von CO2 in Österreich - die VOEST mit 13 Millionen Tonnen CO2, dann mit einigem Abstand folgend die OMV und die E-Wirtschaft - so gut wie keine Energiesteuer für fossile Energien und ebenfalls nichts für die Gratisverschmutzungsrechte im europäischen CO2-Handel.

Wenn der Katastrophenschutzfonds mit seinen rund 120 Millionen Euro einmal mehr bei weitem nicht ausreicht, um die Opfer des Klimawandels in Österreich zu entschädigen, überlegt die Politik regelmäßig Sonderfinanzierungen aus dem Bundesbudget. Dieses wird aber zu zwei Dritteln aus Steuern auf Arbeit und Umsatz gedeckt und nur vernachlässigbar gering aus Energiesteuern. "Bisher gilt also leider: Je mehr Energie verbraucht und je mehr CO2 ausgestoßen wird, desto weniger trägt das Unternehmen zur Finanzierung von Klimaschäden bei", kritisiert Mayer diese Schieflage.

Die Kitzbüheler Wintertourismus-Wirtschaft wäre von solch einer Umstellung gleich doppelt betroffen: Der massive Einnahmen-Entgang aufgrund der abgesagten Hahnenkamm-Rennen könnte aus dem stark erhöhten Katastrophenschutzfonds teilweise abgedeckt werden. "Die zahlreichen Lkw-Fahrten und Hubschrauberflüge aber würden aufgrund der CO2-Steuer auf Diesel und Kerosin deutlich teurer werden und im jetzigen Ausmaß vermutlich nicht mehr rentabel sein", verdeutlicht Mayer sein Modell der verursachergerechten Finanzierung von Klimafolgeschäden.

"Die Opfer mit ihrem Schaden und ihrer Not allein zu lassen oder sie nur aufzufordern, sich selbst umfassender zu versichern, ist mit Sicherheit keine Lösung für die in Zukunft ansteigenden Schadenssummen in Folge des Klimawandels", so Mayer.

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Attila Cerman, Greeneace, Tel.: 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace, Tel.: 0664-2700441

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