Greenpeace: Klimaschutz statt Schneetransporte

Nun werden die Folgekosten für den Klimawandel auch hierzulande spürbar

Kitzbühel/Wien (OTS) - Zehn Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace spannten heute Vormittag in der Zieleinfahrt des Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennens ein sieben mal drei Meter großes Transparent mit der Aufschrift "Ziel: Klimaschutz jetzt!" Damit appellieren sie an die politisch Verantwortlichen in Österreich, allen voran Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, für mehr Klimaschutz im Land und innerhalb der EU einzutreten.

Die mehrere hunderttausend Euro teure Rettungsaktion für die Hahnenkamm-Rennen vom 26. bis 28. Jänner ist nur ein Vorgeschmack auf die Kosten des Klimawandels, die alle Österreicher zu tragen haben werden. "Beim Klimaschutz in Österreich und in Europa so lasch weiterzumachen wie bisher wird uns noch sehr teuer zu stehen kommen", betont Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace. Er verweist dabei auf die Berechnungen des britischen Ökonomen Nicholas Stern, der in seiner "Stern Review" vom Sommer letzten Jahres empfiehlt, rechtzeitig in Klimaschutz-Maßnahmen zu investieren, weil die Folgekosten für den Klimawandel bis zu zwanzigmal teurer werden könnten. "Bereits am 8. und am 9. März kann Bundeskanzler Gusenbauer Österreich beim EU-Rat in Brüssel zum Klimaschutz-Vorreiter machen, indem er für minus dreißig Prozent Treibhausgas-Emissionen bis 2020 und für minus achtzig Prozent bis 2050 innerhalb der EU eintritt", fordert Mayer.

Jedes Bundesland in Österreich sollte sich dieses Ziel ebenfalls setzen, sonst werden die Abstände zwischen derart warmen und schneearmen Wintern wie dem heurigen immer kürzer werden. "Es hat auch früher wärmere und schneearme Winter gegeben, so etwa bei der Olympiade 1964 und in den vergangenen Neunziger-Jahren. Aber so lang anhaltende Großwetterlagen, die mehrere Monate hindurch besonders warmes und niederschlagsarmes Wetter mit sich bringen, sind neu und durchaus im Einklang mit den Klimamodellen", erläutert Mayer. Die Persistenz und die Intensität von Großwetterlagen wird also weiter zunehmen. Das erklärt den besonders feuchten und kalten Winter der letzten Saison ebenso wie den trockenen und warmen Winter, den wir in diesem Jahr beobachten können.

"Greenpeace unterstützt den Schisport und das Rennen in Kitzbühel gern, solange dadurch keine unverhältnismäßige Umweltbelastung ausgelöst wird", sagt Erwin Mayer. Er fordert den Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler, den Tiroler Landeshauptmann Herwig Van Staa und nicht zuetzt Bundeskanzler Gusenbauer auf, für deutlich mehr Klimaschutz einzutreten, um zumindest für die nächsten Generationen die Chancen auf kältere und schneereichere Winter zu erhöhen. "Mit hunderten von Lkw und mehreren Hubschraubern den Schnee vom Großglockner heranzuschaffen, ist ganz sicher keine umweltgerechte Antwort auf klimabedingte Wetterkapriolen ", kritisiert Greenpeace-Sprecher Mayer abschließend.

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