Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Von Vertrauen und Vergessen (von Claudia Grabner)

Ausgabe 20. Jänner 2007

Klagenfurt (OTS) - Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache.
Ähnlich der des Vergessens: Noch vor einem Monat so etwas von untendurch, aalt sich das schwarze Politikervolk heute in atemberaubenden Sympathiewerten; und ist - in seinen übergroßen Ministersesseln - gleichermaßen dem vergesslichen Volke wie dem Mysterium Vertrauen zu Dank verpflichtet.
On the other side stellt die SPÖ zwar den Kanzler. Ansonsten schlägt sie sich mit irrigen Vertrauensverlusten herum. Warum? Weil (wie gehabt) es mit dem Vertrauen so eine Sache ist. Und weil das Volk vergessen hat. Vergessen, weshalb es am 1. Oktober der ÖVP den Laufpass gab. Vergessen, dass Schüssel zwar abgedankt, sein Erbe Molterer aber ein "Wolfi"-Klon ist. Vergessen, dass jene schwarze Politik, die Österreich übersatt hatte, wieder mächtig am Werke ist. Und das Vertrauen? Das hat die SPÖ (blauäugig? naiv? selbstgefällig?) verspielt. Vorläufig verspielt. Mag sein, dass sich das Vergessen auch hier gnädig zeigt - und vieles verzeiht. Verlassen sollten sich Gusenbauer & Co. darauf nicht: Die politische Konkurrenz weiß, wie man Erinnerungen lebendig hält ... Klüger, man geht auf Nummer sicher - und vertraut auf jenen Weg, der die Partei zum Wahlsieg führte. Auch und gerade dann, wenn das Zwist im rot-schwarzen Hause bedeutet.

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