"Biosprit macht unsere Spirituosen teurer"

Europa bei Roh-Alkohol auf teure Importe angewiesen - Mayer: 2007 wird es unvermeidlich zu Preissteigerungen kommen

Wien (PWK037) - Der weltweite Trend zu Biosprit bei
Kfz-Treibstoffen und der damit verbundene stetig steigende Verbrauch von Alkohol (Bio-Ethanol) wirken sich deutlich auf die Spirituosenbranche aus. Weltweite Preissteigerungen bei Alkohol um zuletzt ca. 25 Prozent setzen die österreichischen Hersteller enorm unter Druck. Als Ergebnis dieser europaweiten Entwicklung werden 2007 die Spirituosenpreise im österreichischen Lebensmittelhandel merkbar steigen.

Im Zuge der Umsetzung einer EU-Richtlinie wird ab April 2007 der Biomasse-Anteil von Benzin in Österreich von 2,5 auf 4,3 Prozent erhöht. Zugesetzt wird dem Benzin dabei im wesentlichen Bio-Ethanol, das seit jeher auch ein wichtiger Rohstoff für die Lebensmittelindustrie (z. B. Essig) sowie für die Herstellung von Spirituosen ist. "Mittlerweile wird europaweit für die gesetzlich vorgeschriebene Treibstoff-Beimengung so viel Bio-Ethanol verbraucht, dass es zu einer drastischen Marktverknappung für die Spirituosenindustrie gekommen ist", erläutert Ing. Harold Burstein, Geschäftsführer des Spirituosen-Herstellers Stock Austria, die unerfreuliche Marktsituation.

Eine mittelfristige Besserung der Situation und eine Normalisierung der Marktpreise seien nicht in Sicht. Denn Europa könne seinen gestiegenen Bedarf an Bio-Ethanol nicht selbst decken.

"Durch den enormen Bedarf für die Pflichtbeimengungen zu Benzin ist Europa heute in großem Ausmaß auf teure Bio-Ethanol-Importe angewiesen", unterstreicht auch Bruno Mayer, Geschäftsführer des Verbandes der Spirituosenindustrie. Da Alkohol mittlerweile weltweit zu einem wichtigen Treibstoff und Energieträger wurde, verwundere es nicht, dass sich seine Marktpreise zuletzt immer mehr an jenen der internationalen Ölmärkte orientierten und im Jahresvergleich um bis zu 25 Prozent anzogen.

"Die weltweit gestiegenen Rohstoffkosten bei Alkohol wirken sich direkt auf die Herstellungskosten von Spirituosen in Österreich aus. Das wird im Laufe des Jahres 2007 unvermeidlich zu Preissteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel führen", so Mayer weiter. Aber nicht nur die stetig steigenden Alkoholpreise machen der Spirituosenwirtschaft zu schaffen. Auch andere Bereiche sorgen für deutlich steigende Produktionskosten bei Spirituosen. Bedingt durch die hohen Energiepreise ist die Herstellung von Glasflaschen derzeit besonders teuer und eine von massiven Altpapier-Exporten verursachte Papierknappheit sorgt dafür, dass die Preise für Verpackungskartons EU-weit stark gestiegen sind. Gestiegene Logistikkosten tragen ebenfalls zum Anstieg der Produktionskosten deutlich bei.

"Alle genannten Faktoren miteingerechnet, schätzen wir die unbedingt notwendigen Preisanpassungen auf 8 bis 10 Prozent, je nach Alkoholgehalt der Spirituosen. Details zum Zeitraum der Umsetzung werden die einzelnen Spirituosen-Hersteller direkt mit dem Lebensmitteleinzelhandel klären", so Mayer abschließend. (hp)

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