"KURIER"-Kommentar: Von Magdalena Rauscher-Weber über die Ministerauswahl

Minister, die nicht vom Fach sind, haben Vorteile: Sie sind nicht betriebsblind

Wien (OTS) - Die Familienministerin hat keine Kinder. Der Verteidigungsminister hat den Wehrdienst verweigert. Der Finanzminister ist Sozialwissenschafter und Agrarexperte und war in der Hochfinanz bisher nicht zu Hause. Dafür ist die Unterrichtsministerin Finanzfachfrau, die die Schule nur aus ihrer Schulzeit kennt.

Was ist da passiert? Haben SPÖ und ÖVP keine Experten mehr, dass sie Personen ohne entsprechende Ausbildung zu Fachministern machen? Das ist hoffentlich nicht der Grund für die Postenbesetzungen. Was viele als Tabubruch empfinden, kann Vorteile haben: Wer von außen kommt, kann Probleme oft schneller erkennen und Lösungen finden. Fachleute, die immer im gleichen Bereich tätig sind, werden leicht betriebsblind.

Das ist in der Politik besonders fatal, vor allem dann, wenn die Strukturen extrem festgefahren sind. Das beste Beispiel dafür sind die Schulen. Lehrer verbringen ihr ganzes Leben in der Schule. Gut, wenn die Ministerin weiß, was auf die Schüler draußen wartet. Das kann Reformen beschleunigen - auch in anderen Bereichen.

Und was ist mit der Kompetenz? Gesundheits- und Familienministerin Kdolsky gibt die beste Antwort gleich selbst:
"Ich muss ja auch nicht krank sein, um ein guter Arzt zu sein."

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