Textildiskonter KiK: GPA-DJP startet neuerlichen Anlauf für Betriebsratswahl

98 Prozent der Beschäftigten wünschen sich einen Betriebsrat

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - Nachdem beim Textildiskonter KiK der erste Versuch, eine Betriebsratswahl einzuleiten, von der Geschäftsleitung verhindert wurde, wird nun aufgrund einer Erhebung durch die GPA-DJP bei den KiK-Beschäftigten ein neuerlicher Anlauf genommen.++++

Im Zuge einer bundesweiten Informationskampagne der KiK-Beschäftigten startete die GPA-DJP eine Fragebogenaktion, deren Ergebnisse nun im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurden.

"Bereits im Herbst 2006 hat es den ersten Versuch gegeben, beim Textildiskonter KiK eine Betriebsratswahl einzuleiten. Der Wahlvorstand ist aber einfach nicht tätig geworden, und hat den Beschäftigten somit die Möglichkeit verwehrt, auf betrieblicher Ebene ihre Interessen nachhaltig zu vertreten", erklärt Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-DJP. "Deshalb wurde von uns eine bundesweite Informationsoffensive gestartet, bei der als Besonderheit so genannte 'Partnerschaften' ins Leben gerufen wurden. Erfahrene BetriebsrätInnen aus den verschiedensten Branchen haben in ihrer Freizeit ihre langjährige Kompetenz und Erfahrung zur Verfügung gestellt und die KiK-Beschäftigten über ihre Rechte als Angestellte aufgeklärt."

Befragungsergebnisse

Der Regionalsekretär und Projektleiter der GPA-DJP Georg Grundei erläuterte die Ergebnisse der Fragebogenaktion. "Bei einer guten Rückflussrate von 35 % haben wir festgestellt, dass sich 98 % einen Betriebsrat wünschen", berichtet Grundei. "85 % bekommen die Vor und Abschlussarbeiten nicht bezahlt und 60 % beklagen, dass ihre Wochenstunden willkürlich hinauf- und hinuntergesetzt werden. Die vereinbarte Arbeitszeit wird mit jeder/m zweiten ArbeitnehmerIn nicht eingehalten," so Grundei.

Krankenkassen prüfen

Interessant war die Reaktion der KiK-Geschäftsleitung auf die Informationskampagne der GPA-DJP. So riet der Wahlvorstand in einem Schreiben den MitarbeiterInnen davon ab, der Gewerkschaft beizutreten. Die GPA-DJP brächte nur Unruhe und Missstimmung ins Unternehmen. "Anstatt mit uns in einen Dialog einzutreten, wurde die GPA-DJP massiv angegriffen. Das ist eine demokratiepolitisch bedenkliche Vorgangsweise, die GPA-DJP leitet daher eine Klage wegen Kreditschädigung in die Wege", betont Manfred Wolf, Wirtschaftsbereichssekretär der GPA-DJP. Was die nicht bezahlten Vor-und Abschlussarbeiten anbelangt, so führt die Gebietskrankenkasse derzeit eine Prüfung durch. Hier steht der Strafbestand des Sozialbetrugs im Raum, da die entsprechenden Versicherungsbeiträge ebenfalls nicht an die Krankenkasse abgeführt wurden. "Es scheint hier um die systematische Nichteinhaltung von arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen zu gehen. Wir müssen dem Unternehmen sehr klar vor Augen führen, dass es sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt handelt", unterstreicht Wolf.

Schlichtungsstelle angerufen

Wegen der fehlenden Mitbestimmung im Betrieb und den schlechten Arbeitsbedingungen und einem Verhalten außerhalb des sozialpartnerschaftlichen Rahmens hat die GPA-DJP auch die im Kollektivvertrag vorgesehene paritätisch besetzte sozialpartnerschaftliche Schlichtungsstelle angerufen, die sich mit den Arbeitsbedingungen im Handel auseinander setzt.

Die Befragung der Beschäftigten hat einen klaren Auftrag zur Durchführung der Wahl eines Betriebsrates erteilt. Die GPA-DJP wird den Wahlablauf beobachten und unterstützend begleiten. Projektleiter Grundei rechnet in ca. sechs Wochen mit einem Ergebnis.

ÖGB, 18. Jänner 2007 Nr. 30

ÖGB-Bundeskongress vom 22. bis 24 Jänner 2007
im Austria Center Vienna
ÖGB-Neu: "Die menschliche Kraft"

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