ÖAMTC: Vom Winde verweht - Sturm gefährdet besonders Lkw und Kleintransporter

Richtiges Fahrverhalten ist gefragt, alle Verkehrsteilnehmer sind gefordert

Wien (OTS) - Sturm bläst Lkw um - "Speziell Fahrzeuge mit großer Angriffsfläche, wie Lkw oder Kleintransporter, sind gefährdet", warnt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf. "Die Lkw-Lenker sind bei orkanartigen Windböen nur sicher unterwegs, wenn sie erstens die richtige Route gewählt haben und zweitens das Tempo drastisch verringern. Das geht im Extremfall bis zur Schrittgeschwindigkeit." Erst vergangenen Freitag ist eine heftige Windböe einem Lkw-Anhänger auf der Süd Autobahn (A2) zum Verhängnis geworden. Auch die heutigen Unwetterwarnungen müssen alle Verkehrsteilnehmer unbedingt Ernst nehmen.

Die große Angriffsfläche des Lkw und zu hohe Geschwindigkeit können ein gefährliches Aufschaukeln auslösen. "Das führt schlimmstenfalls dazu, dass der Fahrer immer wieder heftig auslenken muss und schließlich das Fahrzeug samt Anhänger nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Das kann sogar zum Kippen führen."

Vorbeugende Empfehlungen des ÖAMTC-Experten speziell für Lkw-Lenker

  • Gleichmäßige Beladung: Sind Zugfahrzeug und Anhänger unterschiedlich schwer, hat das bei starkem Wind auch Auswirkungen auf die Fahrdynamik. Unbedingt darauf achten, dass das Gewicht in etwa gleich ist.
  • Route mit Bedacht wählen: Windgeschütze Straßen (z.B. entlang von Lärmschutzwänden) bevorzugen und freie Überlandstraßen meiden.
  • Plane fest verzurren.
  • Ladungssicherung jedenfalls den schwierigen Gegebenheiten anpassen.
  • Nur dringende Fahrten erledigen, im Extremfall sogar Fahrten aufschieben.

Fahrtechnik-Tipps des ÖAMTC-Experten für alle Kfz-Lenker

Unerwartet von einer Böe erwischt, kann man auch mit dem Auto stark versetzt werden. Bereits ein Windstoß mit 70 km/h kann einen Pkw bei Tempo 100 um einen Meter aus der Bahn drängen, bei Tempo 130 schlimmstenfalls um fast vier Meter. "Das kann verheerende Folgen haben, wenn man beispielsweise in den Gegenverkehr gedrückt wird", warnt ÖAMTC-Experte Blümel. Nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zum Schutz der Partner im Straßenverkehr sollte man folgende Fahrsicherheitstipps beachten:

  • Lenkrad festhalten
  • Geschwindigkeit reduzieren: Damit gewinnt man wertvolle Zeit, um eventuell erforderliche Lenkkorrekturen durchzuführen. Kritische Stellen sind häufig mit Windsäcken oder entsprechenden Verkehrsschildern gekennzeichnet. Zusätzlich ist es bei starkem Wind hilfreich, Bäume, Sträucher verstärkt zu beobachten. Auch exponierte Stellen wie Brücken oder Bergkuppen stellen eine Gefahrenquelle dar.
  • Freiraum schaffen: Alle anderen Verkehrsteilnehmer in die Beobachtung miteinbeziehen, um rechtzeitig Gefahrenmomente zu erkennen.
  • Abstand halten
  • Vorausschauend fahren: Einerseits, um "Windangriffe" abschätzen zu können, anderseits um Hindernisse wie Äste, Dachziegel oder gar Bäume auf der Straße rechtzeitig wahrzunehmen. Besondere Vorsicht ist in Alleen und Walddurchfahrten geboten.
  • Vorsicht Windschatten: Wer aus dem Windschatten kommt, wird mit voller Wucht vom Seitenwind getroffen. Unbedingt auf Gefahrenstellen achten, wie z.B. nach Tunnelausfahrten.
  • Überholmanöver vermeiden.
  • Fahrzeugtür vorsichtig öffnen und Griff festhalten. Eine Sturmböe kann die Tür aufreißen und Schaden anrichten - an der Tür selbst, an einem Auto, das daneben steht oder vorbei fährt, oder sogar einen Passanten verletzen.

"Sturmböen lösen bei vielen Fahrern Stress aus. Im Zweifelsfall sollte man bei zu großer Unsicherheit das Auto stehen lassen und, so vorhanden, in der Garage oder unter dem Vordach abstellen", empfiehlt ÖAMTC-Experte Blümel. Übrigens: Defekte Stoßdämpfer verschlimmern die Auswirkungen, die eine Sturmböe haben kann, noch zusätzlich. Der gute technische Zustand des Fahrzeugs ist daher ein Um und Auf.

Sicherer unterwegs ist, wer für die veränderten Verhältnisse gewappnet ist. Ein Fahrsicherheitstraining in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren österreichweit ist eine ideale Vorbereitung. Unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit kann man sich über die Angebote informieren und Kurse bequem direkt online buchen.

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