Greenpeace: Rückschläge für Gentech-Industrie im Jahr 2006

Gentechnik erfährt weltweit zunehmend Ablehnung

Wien (OTS) - Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft erfährt weltweit zunehmend Ablehnung seitens Regierungen, Bauern und Konsumenten. Dies zeigt die heute präsentierte Greenpeace-Bilanz ‘Global reaction against genetic engineering in 2006’. Und steht damit im krassen Gegensatz zum ebenfalls heute lancierten Gentechnik-Jahresbericht der ISAAA - International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Application - einer von der Biotech-Industrie finanzierten Organisation. "Die Faktenlage ist eindeutig, auch wenn die ISAAA gern ein rosarotes Bild von der Agro-Gentechnik zeichnet", erklärt Greenpeace-Gentechnikexperte Steffen Nichtenberger. "Der Skandal um illegale Verunreinigungen mit Gentech-Reis hat zahlreiche Firmen und Regierungen auf der ganzen Welt dazu veranlasst, die Weichen auf 'gentechnikfrei’ zu stellen."

So bestätigten die EU-Staaten im Dezember Österreichs Importverbote für Gentech-Mais. In Rumänien wurde 2005 noch auf 85.000 Hektar Gentech-Soja angepflanzt, seit Jahresbeginn ist der Anbau dieser Soja komplett verboten. Im August 2006 verlautbarte die US-Regierung, dass große Mengen von US-Langkornreis mit dem illegalem Gentech-Reis LL601 von Bayer verunreinigt sind. Dieser Skandal erreichte im September 2006 auch Österreich und führte zur bisher größten Welle weltweiter Gentechnik-Ablehnung. Als Konsequenz daraus sprachen sich kalifornische Reisproduzenten für ein Verbot von Gentech-Reisanbau aus. Die global größte Reishandelsfirma Ebro Puleva erklärte im Rahmen einer Selbstverpflichtung zur Gentechnik-Freiheit, keinen Reis mehr aus den vom Kontaminationsskandal betroffenen Ländern USA und China zu vertreiben.

Die beiden größten Reisexportländer, Thailand und Vietnam, verpflichteten sich zur Gentechnikfreiheit beim Reisanbau, die chinesischen Behörden forderten weitere Informationen zur Risikoabschätzung von Gentech-Reis und verschoben die anstehenden Zulassungen für den kommerziellen Anbau. In Indien verbrannten indische Reisbauern Versuchsfelder mit Gentech-Reis, um sich vor Verunreinigungen ihrer Ernte zu schützen.

Rakesh Tikait, Sprecher der Bharathiya Kisan Union (BKU), einer der größten indischen Bauernvereinigungen meint dazu: "Die Existenzbedrohung der indischen Bauern liegt auf der Hand. Das Beispiel der Gentech-Baumwolle hat gezeigt, wie unsicher Gentechnik für Menschen und Umwelt ist, und dass sie nicht kontrolliert werden kann. Für uns ist diese Bedrohung so ernst, dass wir zum Selbstschutz die Berechtigung haben, Gentech-Reis Versuchsfelder zu zerstören."

'Global reaction against genetic engineering in 2006' unter
http://www.greenpeace.at/fileadmin/at/dokumente/gentechnik/GlobalStat
usofGeneticallyEngineeredCrops.pdf

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