GLOBAL 2000: Kunstschnee heizt das Klima an

Globale Erwärmung begünstigt Schneemangel - durch den Energieverbrauch bei der künstlichen Beschneiung wird der Treibhauseffekt weiter voran getrieben

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bezeichnet
die künstliche Schneeversorgung der Streif um jeden Preis als "ökologischen Bumerang". Für die Durchführung des Rennens auf der Streif werden unter enormen Treibstoffverbrauch mit Hubschraubern und LKWs tausende Kubikmeter von Schnee herbei geschafft. Jeder Hubschrauber verbraucht 200-300 Liter Kerosin pro Stunde. "Anstatt endlich langfristig zu denken und alles für den Klimaschutz zu tun, werden für die Schneebeschaffung immense Treibhausgasemissionen in Kauf genommen, die den globalen Temperaturanstieg weiter anheizen", kritisiert Lisa Kernegger, Ökologin von GLOBAL 2000.

Laut einer OECD-Studie von 2006 müssen rund 70 Prozent der Skiregionen in Österreich durch den Klimawandel langfristig um die Schneesicherheit fürchten. Das Ausbleiben des Schnees in vielen Skiorten führt dazu, dass die Schneekanonen voll im Einsatz sind -soweit es die Temperaturen zulassen. In Österreich wird bereits mehr als die Hälfte aller Pisten künstlich beschneit. In Kärnten sind es sogar 80 Prozent der Skigebiete. Schneekanonen verbrauchen enorme Mengen an Wasser und Energie. So entspricht der Stromverbrauch von Schneekanonen in den Alpen in einer Saison ungefähr dem Verbrauch von Graz in zwei Jahren. "Die künstliche Beschneiung ist eine kurzsichtige Symptombekämpfung, mit massiven negativen ökologischen Folgen", so Kernegger weiter. Denn Schneekanonen greifen intensiv in den Wasserhaushalt ein. Um eine Grundbeschneiung von 30 Zentimetern zu erzielen, werden pro Hektar 1.500 bis 2.000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Mit dieser Menge Wasser Wasser kommt eine Person bis zu 36 Jahre aus. Auch hier ist eine absurde Entwicklung zu beobachten. In manchen Skigebieten kam es aufgrund der Beschneiung bereits zu Wasserknappheiten. Statt die Schneekanonen abzustellen, wurde die Bevölkerung mit eingeführten Trinkwasser versorgt.

"Die Veranstalter von Ski-Rennen müssen sich damit abfinden, dass es keine 100prozentige Sicherheit gibt, dass Rennen immer stattfinden. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Klimawandels wird der Schneemangel in Zukunft immer öfter Grund dafür sein, dass Rennen abgesagt werden müssen. Derzeit wird viel zu viel auf künstliche Beschneiung gesetzt anstatt einen langfristigen Strategiewechsel im Tourismus einzuleiten", so Kernegger abschließend.

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