Neues Volksblatt: "Über Gebühr" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 18. Jänner 2007

Linz (OTS) - Die politische Debatte der letzten Tage vermittelt
den Eindruck, das gesamte Wohl der Republik hänge an den Studiengebühren. Dem ist, bei allem Verständnis für Betroffenheiten in studentischen Kreisen - wer zahlt schließlich schon gerne - nicht so. Durch das Stipendiensystem wird niemand aus finanziellen Gründen vom Studium ausgeschlossen. Die Zahl der Uni-Absolventen ist seit Einführung der Gebühren gestiegen, die durchschnittliche Studiendauer gesunken. Die Bilanz spricht also alles andere als eine negative Sprache - wobei eingeräumt werden muss, dass Forderungen nach einer Bereinigung qualitativer Missstände an diversen Fakultäten berechtigt sind. Grundsätzlich bleibt der Ansatz, von künftigen Akademikern einen, an den tatsächlichen Kosten gemessenen ohnedies minimalen, finanziellen Beitrag zu fordern, richtig. Wirklich problematisch bleibt dessen Weiterexistenz politisch und persönlich nur für SP-Chef Gusenbauer. Die einfache Conclusio: Auch in Wahlkampfzeiten darf ein Mindestmaß an Seriosität gewahrt bleiben. Damit sich die politische Debatte auf die wirklichen Herausforderungen, etwa die demografische Entwicklung, konzentrieren kann.

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