vida-Vorsitzender Kaske: "Wenig Schnee - viele Saisoniers!"

Kritik an Aufstockung des Salzburger Saisonierkontingents

Wien (ÖGB/vida) - "Alle klagen über den Schneemangel und trotzdem wurde in Salzburg das Saisonierkontingent auf 2.650 Personen aufgestockt", wundert sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Lebensgewerkschaft vida: "Der Grund dafür liegt wohl in einer falsch verstandenen Koalition zwischen Wirtschaftskammer- und AK-Präsidenten in Salzburg." Bei ordentlichen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen sei es durchaus möglich, heimisches Personal zu bekommen, betonte Kaske am Mittwoch.++++

"Es scheint in Salzburg vor allem darum zu gehen, den Tourismus mit möglichst billigen und willigen Arbeitskräften zu versorgen", kritisiert vida-Vorsitzender Kaske: "Betriebe, die ihren Beschäftigten auch am Arbeitsplatz ein Minimum an Lebensqualität bieten - angemessene Entlohnung, erträgliche Arbeitszeiten und ein menschliches Betriebsklima - bekommen erfahrungsgemäß Personal aus Österreich und den EU-Nachbarstaaten. So lange der Wirtschaftsminister durch so einen Verordnungserlass aber als Erfüllungsgehilfe der Tourismusbetriebe agiert, sehen die schwarzen Schafe in der Branche wahrscheinlich keinen Grund, die Arbeitsbedingungen zu ändern. Die Herren würden wohl anders denken, würden sie einen Tag lang in einem heimischen Tourismusbetrieb zu einem Hungerlohn in der Schwarzabwasch - da werden die großen Töpfe und Pfannen gereinigt - arbeiten."

Rudolf Kaske abschließend: "Ein Winter wie dieser zeigt, dass wir uns nicht allein auf unsere tollen Schigebiete verlassen können. Österreichs Tourismus bietet so viel, wie etwa beeindruckende Landschaften und große Kultur, hervorragende Weine und ausgezeichnete Küche und auch Menschen, die all das produzieren, servieren und mit sprichwörtlich österreichischem Charme und Schmäh verkaufen. Sie vermitteln so den Urlaubern ein wenig typisch österreichische Lebensqualität - Lebensqualität, auf die auch die Beschäftigten eine Chance haben sollten. Zum Beispiel durch die Öffnung von Gästekindergärten für Beschäftigtenkinder, wie wir sie schon lange fordern. So könnten viel mehr Frauen in dieser Branche Beruf und Familie vereinbaren." (kk)

ÖGB, 17. Jänner 2007 Nr. 24

ÖGB-Bundeskongress vom 22. bis 24 Jänner 2007
im Austria Center Vienna
ÖGB-Neu: "Die menschliche Kraft"

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