Unfallfreier Rodelspaß

2005 verunglückten in Österreich rund 5.200 Personen beim Rodeln. Besonders gefährlich wird’s bei Dunkelheit.

Wien (OTS) - Endlich, nächste Woche soll der lang ersehnte Winter in Österreich Einzug halten. Zahlreiche Wintersportfans werden sich dann einem der beliebtesten Wintervergnügen widmen können - dem Rodeln. Doch der vermeintlich harmlose Spaß bringt einige Gefahren mit sich. Gerade bei Dunkelheit ist die Unfallgefahr besonders groß. Erst vor kurzem verunglückten zwei Frauen beim Nacht-Rodeln, als sie gegen einen Baum krachten. Eine Rissquetschwunde am Hinterkopf und ein Beinbruch waren die Folge. Insgesamt passierten rund ein Drittel aller Rodelunfälle bei Nacht.
"Oftmals wird die Unfallgefahr beim Rodeln unterschätzt. Es werden Hänge gewählt, die man sich auf Skiern niemals heruntertrauen würde, es wird auf Straßen gerodelt man benutzt oder Geräte, die den Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Das Unfallrisiko steigt dadurch enorm", weiß Dr. Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Richtige Rodelstrecke

Allein durch die richtige Wahl der Rodelstrecke kann das Unfallrisiko enorm verringert werden. Unabhängig davon ob bei Dunkelheit oder tagsüber gerodelt wird, sind Forststraßen oder schneebedeckte Straßen, die für das Schlittenfahren nicht freigegeben sind, Tabu. Hier ist die Gefahr von Zusammenstößen mit Personen oder Gegenständen besonders groß. Im Jahr 2005 verunfallten 21 Prozent der spitalsbehandelten Rodler aufgrund von Zusammenstößen. Der Großteil (62 Prozent) verletzte sich bei Stürzen. Wie der Unfall von letzter Woche zeigt, können Zusammenstöße und Stürze ernsthafte Verletzungen nach sich ziehen. So gab es 2005 rund 500 Rodler mit Kopfverletzungen, sechs Prozent erlitten Verletzungen an der Wirbelsäule. "Am besten ist es, sich auf eigens angelegten Rodelpisten zu beschränken. Darüber hinaus kommt es selbstverständlich auf das richtige Gerät und auf das eigene Verhalten an", sagt Kisser.

Richtiger Schlitten

Das eigene Brems- und Steuervermögen wird oft überschätzt. Besonders tückisch wird es beim Rodeln mit dem Kopf voran, weil man in dieser Position nur schwer bremsen kann. Das Brems- und Steuervermögen hängt auch von der Beschaffenheit des Gerätes selbst ab. Für Kinder sind Plastikbobs günstig, weil sie eine Spurführung sowie eine Lenk- und Bremseinrichtung haben. Im Notfall kann man sich leicht hinaus fallen lassen und das geringe Gewicht des Bobs stellt ebenfalls keine große Gefahr dar. Der klassische Holzschlitten liegt, was die Sicherheit betrifft, eher im Mittelfeld: Zwar kann mit den Füßen gelenkt und gebremst werden, schwierig wird es aber in der Kurven. Durch das harte Gestell und die Kufen kann man sich leicht Verletzungen zuziehen. Überhaupt nicht geeignet in Sachen Sicherheit sind aufblasbare Rodeln. Das Problem bei solchen Konstruktionen ist, dass sie eine bemerkenswert hohe Geschwindigkeit erreichen können, weil die große Auflagefläche kaum in den Schnee eintaucht. Da bei einer derartigen Rodel keine Rillen vorhanden sind, gibt es hier auch keine Spurführung. Das Gerät kann also leicht ins Drehen geraten und dann ist das Steuern überhaupt nicht mehr möglich - auch an Bremsen ist dann nicht mehr zu denken.

Richtiges Verhalten

"Für Kinder würde ich auf jeden Fall einen Skihelm als Schutz empfehlen. Grund dafür sind die Körperproportionen und ihre, im Vergleich zu Erwachsenen, schwächere Muskulatur", erklärt Kisser. Schlittenfahrten mit zu vielen "Fahrgästen" nach einem feuchtfröhlichen Hüttenabend sind besonders unfallträchtig und sollten daher am besten vermieden werden.

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Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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