Es geht auch ohne Rauch: Wiener Ärztekammer geht mit gutem Beispiel voran

Standesvertretung wurde zur rauchfreien Zone erklärt - Dorner: "Gutes Zureden allein hilft nicht, wir müssen viel mehr Taten setzen!"

Wien (OTS) - Zum Rauchen bitte vor die Tür: Mitarbeitern wie Besuchern der Wiener Ärztekammer ist es ab sofort nicht mehr gestattet, in den Räumlichkeiten der Standesvertretung ihre Glimmstängel anzuzünden. "Mit freiwilligen Selbstmaßnahmen und gutem Zureden kommen wir einfach nicht weiter", betont dazu der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner, der sich erhofft, dass auch die Gastronomie "bald dem Beispiel der Ärztekammer folgen wird". ****

"Warum sollen wir den nicht rauchenden Mitarbeitern zumuten, den Qualm der anderen einzuatmen?" Aus diesem Grund sei eine drastische Maßnahme und damit ein striktes Rauchverbot notwendig geworden. "Entweder wir führen den Kampf gegen das Rauchen ganz oder gar nicht. Halbe Sachen kann ich nicht akzeptieren", fordert Dorner deshalb einmal mehr ein komplettes Rauchverbot in Lokalen sowie auch während der Autofahrt.

Dass erhöhte Unfallgefahr bestehe, wenn der Fahrer eines Kraftfahrzeuges eine Zigarette rauche, könne niemand abstreiten. "Es ist mir klar, dass es sich im Auto um einen sehr privaten Bereich handelt", so Dorner. Doch sobald andere Menschen durch das Handeln eines Einzelnen gefährdet würden, müssten Taten gesetzt werden. Nicht umsonst gäbe es das Telefonierverbot ohne Freisprechanlage während des Fahrens. Nicht minder abgelenkt vom Verkehr würden Autofahrer vom Anzünden, Abäschern und Entsorgen der Zigarette, betont Dorner.

Keine Diskriminierung von Rauchern erkennbar

Dass Raucher durch das Rauchverbot in öffentlichen Räumen diskriminiert würden, sieht der Ärztechef nicht. "Unsere Mitarbeiter beispielsweise können ihre Rauchpausen auch weiterhin in der eigens für sie mit Aschenbecher ausgestatteten Ecke vor dem Haus einlegen", so der Ärztechef. Man halte die Raucher ja nicht vom Rauchen an sich ab, sondern habe lediglich einen Ortswechsel dazu veranlasst. "Es liegt in der Freiheit jedes Einzelnen, zu entscheiden, wie er seinen Körper wert schätzt", so Dorner. Als Arbeitgeber müsse er jedoch an das Wohlbefinden aller Mitarbeiter denken und in erster Linie für ein gesundes Arbeitsklima sorgen.

Hinsichtlich des Protests einiger österreichischer Gastronomen, in Lokalen ein verpflichtendes Rauchverbot einzuführen, verwies Dorner auf "die beiden Vorzeigebeispiele in Sachen Nichtraucherschutz:
Italien und Irland". Dass sich die Menschen dort geradezu mustergültig an die Rauchverbote in Lokalen hielten, habe nur damit zu tun, "weil es sonst Sanktionen bis hin zum Lizenzverlust beim Gastronomen hagelt", so der Ärztechef. Trotzdem seien die Bars dort gut besucht, "vielleicht sogar noch besser als vorher, weil nun die Luft frischer ist". Damit sei auch die Sorge heimischer Gastronomen, finanzielle Verluste zu erleiden, unbegründet. "Oder glauben Sie wirklich, dass die Italiener nach Inkrafttreten des Rauchverbots in Italien plötzlich zu einem Volk von Stubenhockern geworden sind?"

Er, Dorner, verstehe nicht, warum man hierzulande lange diskutiere, während anderswo trotz anfänglichen Murrens Rauchverbote in öffentlichen Räumen längst akzeptiert seien. Der Ärztekammerpräsident hofft, dass die Erklärung der Wiener Ärztekammer zur rauchfreien Zone noch viele Nachahmer finden wird: "Für ein gesünderes Wien."(kp)

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