Mölzer: Karas will Grüne und Kommunisten links überholen

Boykottankündigung des ÖVP-EU-Abgeordneten gegen neue rechtsdemokratische Fraktion zeugt von demokratiepolitischer Unreife

Wien (OTS) - Ausgerechnet Othmar Karas, der Schwiegersohn von Altbundespräsident Kurt Waldheim, der Opfer des linken Tugendterrors geworden war, stelle sich an die Spitze der politisch korrekten Moralwächter, sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zur Ankündigung des ÖVP-Delegationsleiters im Europaparlament, wonach es keine Zusammenarbeit und keine Berührung mit der neuen Fraktion "Identität, Tradition, Souveränität" geben werde. "Offensichtlich sucht sich Karas, der bei seinem ehrgeizigen Plan, zum neuen EVP-Fraktionsvorsitzenden gewählt zu werden, kläglich gescheitert ist, nun als wackerer Kämpfer gegen den vermeintlichen Rechtsextremismus ein neues Betätigungsfeld", schlußfolgert Mölzer. Im Umgang mit Kommunisten und Marxisten aller Schattierungen in den Fraktionen des EU-Parlaments habe Karas dagegen offenbar keinerlei Berührungsängste.

Ebenso stelle sich die berechtigte Frage, wo denn eigentlich der Unterschied zwischen angeblich christdemokratisch-konservativen Politikern wie Karas und den altbekannten Ausgrenzern vom ultralinken Rand liege, meinte der freiheitliche EU-Mandatar. "Denn bisher hörte man Boykottaufrufe gegen Rechtsdemokraten nur aus grünen und kommunistischen Kreisen. Offenbar will nun Karas die Grünen und Kommunisten links überholen." In diesem Zusammenhang empfahl Mölzer dem ÖVP-Politiker, dessen Aussagen von demokratiepolitischer Unreife zeugten, sich am Grünen EU-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit ein Beispiel zu nehmen: "Cohn-Bendit kann man gewiß keine Nähe zu rechtsdemokratischen Parteien nachsagen. Aber dennoch hat er sich gegen einen Boykott und gegen eine Ausgrenzung der neuen Fraktion im Europaparlament ausgesprochen."

Wenn Karas auf das Verfahren wegen Holocaustleugnung gegen den künftigen Fraktionsvorsitzenden Bruno Gollnisch vom Front National hinweist, so solle damit offenbar eine Vorverurteilung von Gollnisch betrieben werden, kritisierte Mölzer. "Wenn sich Karas die Mühe gemacht hätte, Gollnischs Aussagen vollständig zu lesen anstatt ein Zitat aus dem Zusammenhang zu reißen, wäre er sofort zu dem Schluß gekommen, daß Gollnisch ebensowenig Holocaustleugner ist wie seiner Zeit der Schwiegervater von Karas, Kurt Waldheim, Exponent des NS-Regimes gewesen ist", erklärte der freiheitliche Europaparlamentarier abschließend.

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