Eurofighter: Haimbuchner: 2002 geäußerte Befürchtungen bestätigt

FPÖ: Gripen wäre die bessere Alternative gewesen - Eurofighter-Kauf führte zu Vernachlässigung anderer Heeressparten

Wien (OTS) - "Die Befürchtungen des Ministerialrats Wagner und des Brigadiers Katter, welche diese 2002 nach der Empfehlung der Bewertungskommission für den Eurofighter äußerten, haben sich voll und ganz bestätigt", erklärte heute der FPÖ-NAbg. Dr. Manfred Haimbuchner, Mitglied im Eurofighter-Untersuchungssausschuss. Sowohl Katter als auch Wagner hätten sich damals für den Gripen als Alternative ausgesprochen. Der Gründe seien vor allem die vorangeschrittene Reife des Projekts in der Truppenverwendung sowie auch die hohen Betriebskosten des Eurofighters gewesen, so Haimbuchner.

Wie Brigadier Bernecker zuvor ausgeführt habe, sei der Eurofighter zwar ein ausgezeichnetes Kampfflugzeug, jedoch vom Stand der Entwicklung her und für österreichische Verhältnisse und Bedürfnisse einfach fünf Jahre zu früh, betonte Haimbuchner weiters. Die großen Koalitionen aus SPÖ und ÖVP hätten das Bundesheer bereits jahrzehntelang vernachlässigt, was eine dringende Entscheidung im Jahre 2002 erforderlich gemacht habe, um die Draken 2005 ausmustern zu können. Der Betrieb des Draken über einen ökonomisch sinnvollen Zeitpunkt hinaus hätte ja auch die Sicherheit der Piloten gefährdet, gab Haimbuchner zu bedenken. Die zwingende Frage wäre dabei eine rasche Ablöse des Draken, ohne eine teure Zwischenlösung, mit einem Flugzeug der vierten Generation gewesen. Brigadier Bernecker habe jedoch den unverhältnismäßig hohen Preis des Gripen im Vergleich zum Draken bestätigt. Das Heer hätte jedoch keinen zeitlichen Spielraum mehr gehabt, um mit den Schweden weiter zu verhandeln. Dies sei einmal mehr das Versäumnis der rot-schwarzen Großen Koalition Ende der Neunzigerjahre gewesen, so Haimbuchner.

Zu den Befürchtungen hinsichtlich des für Österreich zu anspruchsvollen Eurofighters meinte außerdem der FPÖ-NAbg. Mag. Ewald Stadler, Fraktionsführer der FPÖ im Eurofighter-U-Ausschuss:
"Brigadier Katter bangte in der Bewertungskommission um die Zukunft der Luftwaffe und heute stellt sich heraus, dass man um die Zukunft des gesamten Heeres besorgt sein muss." Berichten aus dem Heer zufolge könne die Ausbildung der Grundwehrdiener nicht mehr gewährleistet werden, von der Feldverwendungsfähigkeit am Ende der Ausbildung sei man schon lange abgegangen. Überstunden würden gestrichen, aus der Feldlagerwoche wurden zwei Feldlagertage. Auch der Zustand des Fuhrparks würde bereits die Sicherheit der Soldaten gefährden, so Stadler.

"Im Heer rumort es und die Leute nagen am Hungertuch, während die Vorbereitungen zur Einführung des Eurofighters voll im Laufen sind. Ich befürchte, ohne drastische Budgeterhöhungen kann das Heer nicht mehr seine Aufgaben am Boden und in der Luft erfüllen", kritisierte wiederum Haimbuchner abschließend.

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