Diakonie fordert Pflegegeldzuschläge bei Demenz

Das Regierungsziel einer leistbaren und guten Pflege für alle ist begrüßenswert, aber Umsetzungsfahrplan fehlt

Wien (OTS) - "Im Regierungsprogramm finden sich einige gut formulierte Ziele im Bereich Pflege, allerdings vermisse ich auch hier den verschriftlichen Willen zur Umsetzung", so Diakonie Direktor Michael Chalupka.

Demenzerkrankungen seien heute schon die Hauptursache für Pflegebedürftigkeit. Bei einem Betreuungsbedarf von 12 bis 24 Stunden muss das Pflegegeld der realen Betreuungssituation angepasst werden. "Demenzkranke werden auf einer zu niedrigen Pflegestufe eingestuft. Es braucht deshalb die Einführung von Zuschlägen zum Pflegegeld, die die spezielle Pflegesituation bei erhöhtem Betreuungsaufwand berücksichtigen. 100.000 Menschen leiden in Österreich an Morbus Alzheimer. Hier sind Änderungen notwendig und müssen von der neuen Regierung angegangen werden."

Folgende Reformen in der Pflegebetreuung sind laut Diakonie daher dringend notwendig:

  • Die Einführung von Zuschlägen zum Pflegegeld oder Berücksichtigung spezieller Pflegesituationen bei der Einstufung aufgrund eines erhöhtenBetreuungsaufwandes durch Beaufsichtigung und Anleitung (hier könnte das Problem Demenz abgefedert werden)
  • Eine jährliche (indexgebundene) Valorisierung des Pflegegeldes
  • Eine Beschleunigung der Pflegegeldverfahren

Einrichtung eines Pflegeausgleichsfonds

Chalupka schlägt einen "Pflegeausgleichsfonds" vor, aus dem mit österreichweit festgelegten Leistungsstandards eine bunte Palette von Sach- und Dienstleistungen zur Pflegebetreuung eingelöst werden können. Die Bandbreite der Angebote zwischen stationärem Aufenthalt im Heim und einer Pflege zu Hause muss massiv ausgebaut werden:
Pflege in Wohngemeinschaft, Tageszentren, Cafes für Demenzkranke, Kurzzeitpflege, Nachtpflege, gemeindenahe Wohnformen, koordinierte Nachbarschaftshilfe, usw.

"Wie diese Ziele erreicht werden können, steht nicht im Regierungsprogramm. Pflege gehört zu den großen sozialen Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit. In welcher Weise die Kosten dafür solidarisch finanziert werden sollen, lässt das Regierungsprogramm offen", so Chalupka abschließend.

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